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„Ein freudiges Ereignis“ im Kino

Ein freudiges Ereignis

Es ist ein interessanter Widerspruch für unsere Vorstellung von Liebe, dass das, was viele als den Höhepunkt der romantischen Paarbeziehung empfinden, nämlich ein gemeinsames Kind, im Resultat oft zu einem mehr oder weniger dramatischen Auseinanderbrechen eben dieser Paarbeziehung führt.
Der Film „Ein freudiges Ereignis“, der auf einem autobiografisch inspirierten Buch der Literatin und Philosophin Йliette Abйcassis beruht, widmet sich genau diesem Widerspruch ausführlich, pointiert und mit einer kritischen Schonungslosigkeit, die das sonst eher süßliche Genre „glückliche junge Familie“ selten aufweist. Die frisch verliebte Philosophiestudentin Barbara (Louise Bourgoin) erlebt ihre Schwangerschaft als Glück, aber auch als Entfremdung von ihrem Körper, die anschließende Geburt ist schrecklich, die Stillzeit anstrengend. Ihr Freund Nicolas (Pio Marmaп) übernimmt einen familienernährenden Job, sie haben wenig Zeit füreinander und noch weniger Sex. All diese ganz banalen Probleme verhandelt Rйmi Bezançons Film ungeschönt, aber mit einigem Humor. Ein wohltuend realistischer Film über Elternschaft und ihre Verwerfungen.

Text: Catherine Newmark

Foto: Nicolas Schul / Camino Filmverleih GmbH

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Ein freudiges Ereignis“ im Kino in Berlin

Ein freudiges Ereignis (Un heureux йvйnement), Frankreich 2011; Regie: Rйmi Bezançon; Darsteller: Louise Bourgoin (Barbara Dray), Pio Marmaп (Nicolas Malle), Josiane Balasko (Claire); 107 Minuten; FSK 12

Kinostart: 4. April

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