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Ein Interview mit Duncan Jones

Duncan Jonestip Erinnern Sie sich noch daran, als Ihr Vater Ihnen das erste Mal „Der Mann, der vom Himmel fiel“ zeigte, den Film von Nicolas Roeg, in dem er einen Alien spielte? Als der 1976 in die Kinos kam, waren Sie erst fünf Jahre alt, also dürfte es eher später gewesen sein.
Jones Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich den Film mit ihm zusammen gesehen habe. Ich sehe natürlich die Gemeinsamkeiten mit „Moon“, denn in beiden Filmen geht es ja um die Erschließung neuer Energiequellen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob mich dieser Film wirklich beeinflusst hat. Vielleicht ist das auch nur ein seltsamer Zufall.

tip Ihr Co-Autor bei „Moon“ hat ebenfalls einen berühmten Vater, den Filmregisseur Alan Parker. Haben Sie Kindheitserinnerungen ausgetauscht und sich darüber unterhalten, wie es ist, aufzuwachsen als jemand, dessen Vater einen Namen in der Unterhaltungsindustrie hat?
Jones Nein, als ich anfing, mit Nathan zusammen zu arbeiten, wusste ich gar nicht, wer sein Vater ist. Das erfuhr ich erst später. Vielleicht haben wir genau deshalb Erfolg: Weil wir unsere Karrieren auf dem aufgebaut haben, was wir gerne machen, anstatt uns an unsere Eltern zu halten.

tip „Moon“ haben Sie für Sam Rockwell geschrieben. Er spielte ja schon eine Art Doppelrolle – wenn auch in einem etwas anderen Sinn – in George Clooneys Regiedebüt „Confessions of a Dangerous Mind“. Hat Sie das in gewisser Weise inspiriert?
Jones „Confessions of a Dangerous Mind“ war fantastisch und Sam Rockwell hat ein derartiges Charisma und kann einen Film tragen, dass ich gar nicht verstehe, warum er nicht eine Hauptrolle nach der nächsten spielt. Er ist eigentlich immer kurz davor, ein leading man zu sein, aber dann klappt es doch wieder nicht. Ich hatte schon für „Mute“, den ich eigentlich vor „Moon“ drehen wollte, bei Sam angefragt, denn ich wollte unbedingt mit ihm arbeiten.

tip „Mute“ ist ebenfalls eine futuristische Geschichte und spielt in Berlin…
Jones Das stimmt. Den Film will ich schon seit Jahren machen. Das ist jetzt sicherlich leichter geworden, denn für einen Debütfilm war er doch zu komplex und zu ambitioniert. Ich würde ihn definitiv gerne in Berlin drehen; dort zu arbeiten, wo auch Fritz Lang gearbeitet hat, stelle ich mir aufregend vor.

Interview: Frank Arnold

Foto: Rodene Ronquillo

Lesen Sie hier die Filmkritik: „Moon“ im Kino in Berlin

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