Historiendrama

„Ein Sack voll Murmeln“ im Kino

Bekommt das Tragische aus Kindersicht automatisch den Anschein des Abenteuerlichen?

Weltkino/ Thibault Grabherr Quad/ Forecast Gaumont

Diesen Gedanken legt die Neuverfilmung des autobiografischen Romans „Ein Sack voll Murmeln“ nahe. In diesem schilderte ­Joseph Joffo seine Jugend im bald von den Nazis besetzten Paris, in der das Leben für Joseph und seine jüdische Familie unerträglich wird. Die Eltern schicken Joseph und seinen Bruder Maurice los, ausgestattet mit Geld und Anweisungen – den Brüdern gelingt die Flucht in den noch unbesetzten Teil Frankreichs.
Als epischen Film inszeniert Christian Duguay diese Geschichte, eingetaucht in Sepia­töne, opulent ausgestattet, unterlegt von Geigen. Doch allzu bekannt läuft die Flucht ab, mal begegnet den Brüdern Freundlichkeit, mal übler Verrat. Die ­jungen Hauptdarsteller Dorian Le Clech und Batyste Fleurial machen ihre Sache gut, doch die Todesgefahr mag sich durch die gefällige Inszenierung nie recht erschließen. Allzu glatt bügelt ­Duguays Inszenierung den Krieg, als Hintergrund einer Abenteuergeschichte.

Un Sac de billes (OT) F 2017, 110 Min., R: Christian Duguay, D: Dorian Le Clech, Batyste Fleurial, Start: 17.8.

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