Kino & Stream

„Ein Tick anders“ im Kino

Ein Tick anders

Mit einem „Schluckauf im Gehirn“ umkreist Eva selbstironisch ihr „kleines“ Problem:  Das Mädchen leidet unter dem Tourette-Syndrom, also an unkontrollierbaren Tics und Schimpfattacken – einer Krankheit, die Gesunde vor den Kopf stößt. Doch in der sympathischen Komödie von Regisseur Andi Rogenhagen sind die wenigsten „gesund“: Evas Oma malt im Sommer die Baumblätter gelb und sprengt ihren Staubsauger in die Luft, Onkel Bernie versucht sich glücklos als Rockmusiker, ihre Mutter ist kaufsüchtig, und der Vater ist verliebt in seinen dichten Bart.
Als er entlassen wird, droht der Familie der Umzug vom Land in die Großstadt – für die naturliebende Eva (glänzend: Jasna Fritzi Bauer) ein Schreckensort. Also versucht sie einen Job zu finden, doch wer beschäftigt schon eine fluchende und zuckende Aushilfskraft? Großartig, wie „Ein Tick anders“ sich Evas Krankheit nähert: Ohne das Mädchen bloßzustellen, zeigt er ihre Nöte und die tapferen Versuche, ihre Krankheit auszutricksen. Denn Eva will ein selbstbestimmtes Leben, und das sucht sie mit fast märchenhaft anarchischer Wucht.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Ein Tick anders“ im Kino in Berlin

Ein Tick anders, Deutschland 2011; Regie: Andi Rogenhagen; Darsteller: Jasna Fritzi Bauer (Eva Strumpf), Waldemar Kobus
(Daniel Strumpf), Victoria Trauttmansdorff (Mutter Strumpf); 87 Minuten; FSK 6

Kinostart: 7. Juli

Mehr über Cookies erfahren