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„Ein Ton Blau“ im Kino

Ein Ton Blau

Nach drei Spielfilmen (zuletzt „Stratosphere Girl“, 2004) legt Regisseur M.X. Oberg mit „Ein Ton Blau“ nun seine erste Dokumentation vor. Der Titel bezieht sich auf ein Kunsthappening von Yves Klein im Jahr 1960, bei dem sich nackte, mit blauer Farbe bestrichene weibliche Modelle nach Anweisungen des französischen Künstlers mit ihren Körpern gegen Leinwände drückten („Anthropometrie“). Dazu spielte ein Orchester die von Klein komponierte „Monotone Symphonie“, die lediglich aus einem einzigen lang anhaltenden Ton besteht. Ausschnitte der Performance sind auch im Film zu sehen und stellen hier einen einsamen Höhepunkt in der Verbindung von moderner Kunst, Unterhaltung und Vermarktung dar.
Auch sonst versucht Oberg in „Ein Ton Blau“ das Spannungsfeld zwischen der Individualität moderner Künstler und dem Kunstbetrieb mit seinen Galeristen, Kuratoren, Museumsdirektoren und Sammlern zu ergründen, kommt dabei aber über ein ziemlich beliebiges und spannungsloses Sammelsurium von Interviewfetzen nicht hinaus. Das liegt nicht unbedingt an den Befragten  – unter anderem kommen Eugen Blume, der Direktor des Hamburger Bahnhofs (Museum für Gegenwart), und der Maler und Kunstprofessor Walter Dahn zu Wort -,  sondern an Oberg, dem es einfach nicht gelingt, daraus etwas Informatives und vor allem Nachdenkenswertes zusammenzustellen. Und warum sein Film auf der ästhetischen und technischen Ebene unbedingt aussehen muss wie das Urlaubsvideo eines untalentierten Amateurs (wackelig, schlecht ausgeleuchtet, ohne jeden Sinn für Bildkadrage und wie mit dem Hackebeil zusammengeschnitten), erschließt sich in diesem Zusammenhang leider auch nicht.

Text: Lars Penning

Foto: Filmgalerie 451

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Ein Ton Blau“ im Kino in Berlin

Ein Ton Blau, Deutschland 2012; Regie: M.X. Oberg; 80 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 9. August

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