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„Eine Familie“ im Kino

eine_familieRikard Rheinwald, erfolgreicher Bäckermeister in Kopenhagen und sogar königlicher Hoflieferant, wird an einem Tumor sterben, das steht fest. Er hat mehrere Kinder aus verschiedenen Beziehungen, doch keinen Nachfolger für seinen Betrieb. Jetzt ist es also dringlich, und er guckt die Tochter Ditte aus, seinen Liebling, eine starke Frau, ihm nicht ganz unähnlich. Doch Ditte ist Galeristin mit dem Angebot eines Traumjobs in New York – und nun soll sie ­Bäckerin werden?

Die Geschichte, die die dänische Regisseurin Pernille Fischer Christensen in „Eine Familie“ erzählt, hat zweifellos universellen Charakter: Die tödliche Erkrankung, der Traditionsbetrieb, der Traumjob sind lediglich dramatische Zuspitzungen. Im Kern geht es hier um die Frage, was man voneinander erwartet in einer Familie: Wo kann man Kompromisse schießen, wann muss man Nein sagen, wie verändert die Extremsituation die Beziehungen untereinander? Fischer Christensen schaut mit ruhigem Blick und ohne Sentimentalität auf die Protagonisten und ihre Stärken, Schwächen und Wünsche, eine Inszenierung mit vielen Großaufnahmen schafft dabei einen relativ intimen Rahmen. Eine Lösung hat der Film nicht anzubieten, nur das Gefühl, dass man am besten irgendwie seinen Frieden schließt miteinander.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Eine Familie“ im Kino in Berlin

Eine Familie Dänemark 2010; Regie: Pernille Fischer Christensen; Darsteller: Jesper Christensen (Rikard Rheinwald), Lene Maria Christensen (Ditte), Pilou Asbжk (Peter); 103 Minuten; FSK 12

Kinostart: 3. März

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