Liebesdrama

„Eine verbotene Liebe“ im Kino

Eingeborene zu zeigen, das besitzt im Kino eine Tradition, die bis zu den Anfängen zurückreicht

Foto: Kairos/ Philippe Penel

Für die Menschen im Westen verband sich damit die ­Fantasie von einem Urzustand der Unschuld. Doch was, wenn das Paradies gar keines ist und sich die Verhältnisse als ­ebenso komplex erweisen wie anderswo?
Die vom Dokumentarfilm kommenden Martin Butler und Bentley Dean haben mit den Bewohnern eines Dorfes der im Süden des Archipels Vanuatu gelegenen Insel Tanna eine Geschichte erarbeitet, die ein Geschehnis aus den 1980er-Jahren wiedergibt: Wawa und Dain haben sich ineinander verliebt. Doch die Traditionen der patriarchisch geprägten Yakel-Gesellschaft kennen nur die arrangierte Ehe. Die Liebenden fliehen.
Butler und Dean setzen das Drama vor der spektakulären Kulisse eines mächtigen Vulkans in schönen Bildern in Szene, denen man das Interesse an der Kultur der überzeugenden Laiendarsteller anmerkt. Gleichwohl sind es westlich geprägte Bilder – welche Ausdrucksform hätten die Yakel wohl gefunden, wenn man ihnen selbst die Kamera in die Hand gedrückt hätte?

Tanna AUS 2015, 104 Min., R: Martin Butler, Bentley Dean, D: Marie Wawa, Mungo Dain, Marceline Rofit, Start: 30.3.

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