Frauenporträt

Eine ziellose Frau in „Baden Baden“

„I got lost“, sagt Ana, die als Fahrerin bei einer Filmproduktion jobbt, als sie den Star zu spät ­abliefert. Verloren, das ist die brünette Mittzwanzigerin auch in ­ihrem Leben: keine Arbeit, kein Ziel. Erst einmal gibt sie den von der Produktion ausgeliehenen Porsche nicht zurück und fährt in ihre Heimat Straßburg, wo sie ihre Oma besucht. Als die sich ein Bein bricht, gibt es zumindest eine Idee: den Austausch der Oma-Badewanne gegen eine ­Dusche. Doch Ana nimmt dies erneut planlos in Angriff – mithilfe von Grégoire, der vom Heimwerken so viel Ahnung hat wie sie selbst: keine.

Baden Baden
Foto: Filmkinotext

„Baden Baden“, das Langspielfilmdebüt der französischen ­Regisseurin Rachel Lang, erzählt mit einem sehr trockenen, hintergründigen Humor und einer perfekten Hauptdarstellerin, der man die verborgene Kraft hinter der scheinbaren Zerbrechlichkeit ansieht, von einer Frau, die sucht, ohne dabei selbst besonders aktiv zu werden: Ana streunt durch ihr Leben, in dem ihr die guten wie schlechten Erfahrungen einfach passieren. Doch irgendwann müssen im Leben Entscheidungen gefällt werden – und sei es nur, im Bad endlich einen Profi ranzulassen.

Baden Baden F/B 2016, 95 Min., R: Rachel Lang, D: Salomé Richard, Claude Gensac, Swann Arlaud, Start: 29.12.

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