Kommentar

„Einkaufstour“ von Lars Penning

Das Kinojahr 2016, eine Bilanz

Lars Penning

Einspielergebnisse, weltweit und natürlich auch in Deutschland. Um es kurz spannend zu machen: Stellen Sie sich einfach mal vor, ich würde im Smoking zu Fanfarenklängen auf einer opulenten Bühne vor Ihnen stehen, einen weißen Umschlag aufreißen und verkünden: „And the winner is … Disney!“ Denn das Haus der Maus hat in diesem Jahr weltweit mehr als 7 Milliarden Dollar eingenommen und damit 20 Prozent mehr Umsatz erzielt als 2015.
Der Grund für den Erfolg ist die geschickte Einkaufspolitik: Lucas­film mit dem „Star Wars“-Universum, Marvel mit seinen Comichelden, das Animationsstudio Pixar. Sie alle bieten fast endlose Franchise-Möglichkeiten, was sich in den Hits des Jahres widerspiegelt: „The First Avenger“, „Findet Dorie“, „Rogue One“ – sie alle sind Sequels oder sogenannte Spin-Offs. Aus buchhalterischer Sicht momentan ein todsicheres Konzept: Anstatt 40 Filme herzustellen und zu hoffen, dass wenigstens ein Kassenknüller dabei ist, dreht man nur noch zehn und weiß genau, dass sie ein Erfolg werden. Künstlerische Vielfalt dürfen dann andere produzieren. Da fällt der Ausblick aufs kommende Jahr auch nicht schwer: „Cars 3“, „Guardians of the Galaxy 2“ und „Pirates of the Caribbean 5“ sind schon angekündigt. Einziger Trost in der Trostlosigkeit des Blockbuster­kinos ist eine Binsenweisheit: Nix währt ewig.

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