Dokumentarfilm

„Einsteins Nichten“ im Kino

Friedemann Fromm por­trätiert Einsteins Nichten

Foto: Cinefattoria / NFP / Bayerischer Rundfunk

Es ist relativ wenig über die ­Familie Albert Einsteins bekannt. Albert floh 1933 in die USA, sein Cousin Robert blieb mit seiner Familie in Italien. 1934 adoptierte Robert seine Nichten Paola und ­Lorenza. Die Töchter des Bruders seiner Frau ­waren Zwillinge.

In „Einsteins Nichten“ kehren sie nach über 70 Jahren an die Orte ihrer Kindheit zurück. Lange Aufnahmen der Landschaft, eine Kinderzeichnung an der Wand, das Zimmer, in dem sie Weihnachten feierten. „Molto felice“, sehr glücklich waren sie dort, endlich waren sie angekommen. Beide erzählen auf Italienisch, Lorenza geht manchmal ins Englische über. Sie führen durch das Haus, in dem sie sich so frei fühlten. Doch einen Tag vor Kriegs­ende kamen die Deutschen. Ihr Onkel war Jude, er floh in den Wald, doch Frau und Töchter wurden ermordet, ein Jahr später beging er Selbstmord. Die Zwillinge blieben ­zurück. Noch oft mussten sie Verluste und Rückschläge hinnehmen, der Tod begegnete ihnen oft, aber sie waren nie alleine, sie hatten immer ­einander. „Ein Überlebender muss immer das Leben wählen“, sagt Paola.

Text: Katharina Rustler

Einsteins Nichten D/I 2016, 89 Min., R: Friedemann Fromm, Start: 24.8.

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