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„Eisheimat“ im Kino

Eisheimat

Ein nicht allzu bekanntes Kapitel deutscher Emigrationsgeschichte beleuchtet Heike Fink in „Eisheimat“. Wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg suchte Island per Zeitungsinserat in Deutschland nach Landarbeitern. Mehr als 200 Frauen gingen auf dieses Angebot ein und begaben sich in eine neue Welt, in der sie eine großartige Natur, aber auch denkbar harsche Bedingungen erwarteten: Eine Frau wurde einfach in den Kuhstall geschickt, als sie nach einer Toilette fragte. Sechs von diesen ausgewanderten deutschen Frauen erzählen in „Eisheimat“ aus ihrem Leben. Die meisten sind zutiefst in ihrer ersten Heimat verwurzelt, eine hat immer noch den Stoffbären von damals; aber sie haben sich eingelassen auf die Bedingungen in Island und stehen nun vor der Frage, ob sie immer die richtigen Entscheidungen getroffen haben. „Eisheimat“ ist eine interessante, sorgfältig gemachte Dokumentation in der Tradition der Geschichtsberichte, die auf Zeitzeugen aufbauen; trotz vieler beeindruckender Landschaftsaufnahmen ist allerdings das Fernsehen der bessere Bestimmungsort für diese Sorte Film.

Text: Bert Rebhandl

Foto: mindjazz pictures

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Eisheimat“ im Kino in Berlin

Eisheimat, ?Deutschland 2012; Regie: Heike Fink; 84 Minuten; FSK 0

?Kinostart: 5. Dezember

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