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„El Club“ im Kino

El Club

Zunächst sieht es aus wie ein wunderbarer Ruhestandssitz: ein geräumiges Haus in Strandnähe, abgelegen in einem Nest in Chile. Doch die vier Einwohner – ehemalige Priester – sind nicht freiwillig hier, sondern auf Geheiß der katholischen Kirche. Die zieht ihre Mitarbeiter, die Schuld auf sich geladen haben, auf diese Weise aus dem Verkehr. Pablo Larraнn imaginiert im Nachfolger seiner Satire „No!“ das explosive Innenleben eines derartigen Büßer-Horts, so wie sie im Netzwerk der Kirche in Lateinamerika abseits öffentlicher Strafverfolgung üblich sind.
Unruhe entsteht, als ein Neuankömmling zur WG stößt und mit ihm ein unerwarteter Ankläger im Dorf auftritt, der die Gewalttaten des Priesters nicht vergessen hat. Reihum kommen teils drastische Wahrheiten ans Licht, angekurbelt von einem jungen kirchlichen Mediator. Larraнn spinnt daraus ein hochkonzentriertes, giftiges Kammerspiel um Schuld und Verdrängung unter Gottesdienern. Die klaustrophobische Atmosphäre kriecht förmlich aus den Bildern.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Piffl Medien

Orte und Zeiten: „El Club“ im Kino in Berlin

El Club, Chile 2015; Regie: Pablo Larrain; ?Darsteller: Roberto Farias (Sandokбn), Antonia Zegers (Schwester Mуnica), Alfredo Castro (Priester Vidal); 98 Minuten

Kinostart: Do, 05. November 2015

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Regisseur Pablo Larraнn

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