Drama

„Eleanor & Colette“ im Kino

Kampf David gegen Goliath – Zwei Frauen im Kampf gegen Pharmaindustrie und Ärzte­schaft

Bernd Spauke, 2017

So eine Figur wie Colette Hughes ist wahrlich nichts Neues im Kino: eine aufopferungsvoll für Schwächere kämpfende Frau im besten Alter – „Erin Brokovich“ und Sandra Bullock aus „Blind Side“ lassen schön grüßen. Diese Anwältin Hughes nun legt sich voll ins Zeug für eine Frau, die sich alleine nur schwer wehren kann: Eleanor ­Riese leidet seit Jahren an paranoider Schizophrenie, möchte aber nicht weiter der Willkür der sie behandelnden Ärzte ausgeliefert sein – Eleanor möchte ein Mitspracherecht, welche Medikamente ihr verabreicht werden.

Das in den 80ern angesiedelte Drama nach einer wahren Begebenheit wird nun von Regie-­Routinier Bille August ohne einen überraschenden Moment durchdekliniert: Natürlich ist es ein Kampf David gegen Goliath – hier die Pharmaindustrie und die Ärzte­schaft, natürlich wird ­Colette an ihre Grenzen kommen und gewinnen (und das ist kein Spoiler!). Dabei schrammt das souverän ­gespielte, vorherseh­bare Ganze haarscharf am Sozial­kitsch vorbei.

55 Steps (OT) D/B 2017, 105 Min., R: Bille August, D: Helena Bonham Carter, Hilary Swank, Jeffrey Tambor, Start: 3.5.

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