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„Emma & Marie – Je te mangerais“ im Kino

Ich werde dich verschlingen“ – der französische Titel charakterisiert treffender als der deutsche, worum es in Sophie Laloys erstem autobiografischen Spielfilm geht. „Emma & Marie“ ist eine atmosphärisch dichte Erzählung, die von überfordernden Gefühlen und dem Verlust der Kontrolle über sie handelt.
Der Film erzählt die Geschichte von Marie, die nach Lyon zieht, um Klavier zu studieren, und ihrer immer psychotischer werdenden Beziehung zu der mondänen Mitbewohnerin Emma. Dramaturgisch als Psycho-Sex-Thriller um das lesbische Verhältnis der beiden aufgebaut, konzentriert sich die Regisseurin dabei auf die subjektive Perspektive Maries. Der Film antizipiert ihre Blicke und akzentuiert so die erotischen Spannungen, die zwischen den bisweilen überanstrengt wirkenden Schauspielerinnen Isild Le Besco und Judith Davies herrschen. Sie verkörpern Gegnerinnen in einem passionierten Duell, das immer wieder von Maries unterschiedlichen Interpretationen klassischer Musik romantischer Prägung (Chopin, Schumann, Ravel) kommentiert wird.

Text: Michael Baute

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Emma & Marie – Je te mangerais“ im Kino in Berlin

Emma & Marie – Je te mangerais (Je te mangerais), Frankreich 2009; Regie: Sophie Laloy; Darsteller: Judith Davis (Marie), Isild Le Besco (Emma), Johan Libйreau (Sami); Farbe, 96 Minuten

Kinostart: 3. Dezember

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