Drama

„Empörung“ im Kino

Der leise Rebell: „Empörung“ empfindet ein Student gegenüber Ungerechtigkeiten

Foto: X Verleih

Mit 57 Jahren gibt James Schamus sein Langfilmdebüt als Regisseur. Dabei hat der Mann als Autor und/oder Produzent von Filmen wie „Das Hochzeitsbankett“, „Der Eissturm“, „Broke­back Mountain“ oder „Taking Woodstock“ Filmgeschichte geschrieben. Für sein Debüt hat sich Schamus einen literarischen Klopper ausgesucht: Philip Roths Roman „Empörung“ von 2008.
Die USA im Jahr 1951. Schon wieder führt die Nation Krieg, diesmal in Korea. Marcus Messner (Logan Lerman befreit sich von seinem Teenie-Image als Percy Jackson) kann sich glücklich schätzen: Weil der Sohn eines ­koscheren Metzgers aus New Jersey ein ­Stipendium für ein College in Ohio ergattert hat, muss er keine Angst haben, eingezogen zu werden. Der Einserschüler Marcus ist ein eher stiller Freigeist: Er schwärmt für die atheis­tischen Schriften Bertrand Russells und äußert gegenüber dem strengen College-Leiter Dean Caudwell (Tracy Letts) offen seine Meinung – dieser gibt heftig contra. Und noch jemand hält Marcus davon ab, der strebsame Student zu sein: die betörende Olivia Hutton (Sarah Gadon), die schon beim ersten Date mit Marcus sehr forsch vorgeht und den ­jungen Mann so extrem irritiert. Schließlich spitzen sich die Konflikte, auch mit den Eltern zuhause, zu.
Drehbuchautor, Produzent und Regisseur James Schamus erzählt von der Identitäts­findung eines jungen Mannes aus der ersten wirklich aufmüpfigen Generation, die bald den Rock’n’Roll und literarische Rebellen wie Jack Kerouac hervorbringen wird. In wohltemperierten Bildern entwirft er das sensible Porträt eines Studenten mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn.

Indignation (OT) USA 2016, 111 Min., R: James Schamus, D: Logan Lerman, Sarah Gadon, Tracy Letts, Start: 16.2.

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