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„The End Of Time“ im Kino

The End Of Time

Was ist Zeit? Relativ. Knapp. Im Augenblick der Wahrnehmung immer schon vergangen. Auf geradezu spielerische Weise legt sich der Künstler und Filmemacher Peter Mettler in seinem experimentellen Essayfilm „The End Of Time“ mit einer transzendentalen Kategorie an, einer rational nicht eindeutig greifbaren Bedingung der menschlichen Existenz. Er nähert sich dem Begriff von unterschiedlichen Seiten, lässt sich im Genfer CERN den Teilchenbeschleuniger erklären, schaut auf Hawaii unaufhaltbaren Lavaströmen bei der Landaneignung zu, trifft Gärtner in den Verfallsvierteln von Detroit, blickt ins All und unter Buddhas Erleuchtungsbaum. Dazu montiert er kluge Erkenntnisse und coole Musik und schafft dem Zuschauer einen Freiraum für wilde Assoziationen, hirnsprengende Überlegungen oder meditatives Dahinflottieren. „The End Of Time“ ist ein Kunstwerk, das die Schwelle in ein Gebiet komplexer Theorien niedrig legt und überschreitet. Grundsympathisch in seinem Erfahrungshunger und seiner unbefangenen Neugier. Geradezu beglückend in seinem Verzicht auf abschließende Erkenntnis. Auf die Frage nach der Zeit antwortet Mettlers Mutter am Ende pragmatisch: Carpe diem! Eben.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Grimthorpe Film

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The End Of Time“ im Kino in Berlin

The End of Time, Schweiz/Kanada 2012; Regie: Peter Mettler; 114 Minuten; FSK 0

Kinostart: 9. Mai

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