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„Engel des Bösen – Die Geschichte eines Staatsfeinds“ im Kino

Engel des Bösen

Der Gangster Renato Vallanzasca hielt mit seiner Bande in den Siebzigerjahren ganz Italien mit  bewaffneten Raubüberfällen und Entführungen in Atem. Wie schon in „Romanzo Criminale“ (2005) interessiert sich Michele Placido für eine Figur des organisierten Verbrechens, die er wieder mit Kim Rossi Stuart besetzt. „Engel des Bösen“ lehnt sich an die Biographie des heute 60-jährigen Vallanzasca an, der 1982 zu viermal lebenslänglich plus 260 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.
Placidos Gangsterporträt hat zwar nicht nicht viel Tiefgang, dafür liefert er aber zwei Stunden Action mit wilden Schießereien und Verfolgungsjagden, brutalen Knastszenen, spektakulären Gefängnisausbrüchen – und viel Amore. Denn „der schöne Renй“ kultivierte nicht nur die Allüren eines Gentlemanräubers, sondern galt dank seines umwerfenden Charmes auch als Frauenheld. „Engel des Bösen“ erregte in Italien einen Sturm der Entrüstung, in dem vor allem die Familien der von Vallanzasco getöteten Polizisten den Regisseur der Legendenbildung bezichtigte. Dagegen hält Placido, dass sein Film die bleiernen Jahre Italiens widerspiegle. Dieser Kontext lässt sich hier allerdings leider kaum ausmachen.

Text: Barbara Lorey

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Engel des Bösen – Die Geschichte eines Staatsfeindes“ im Kino in Berlin

Engel des Bösen – Die Geschichte eines Staatsfeindes (Vallanzasca, Italien?/?Frankreich?/?Rumänien 2010); Regie: Michele Placido; Darsteller: Kim Rossi Stuart (Renato Vallanzasca), Valeria Solarino (Consuelo), Moritz Bleibtreu (Sergio); 125 Minuten; FSK: k.A.

Kinostart: 24. Februar

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