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Eric Cantona im Gespräch

Eric Cantonatip Sie selbst treten in Werbespots mit jungen Stars wie Cesc Fabregas auf. Ist das Bild vom lockeren Fußball am Strand, das dort gezeichnet wird, nicht einfach eine Illusion?
Cantona Nein, ich glaube nicht. Wenn du jemand wie ich werden willst, dann spielst du einfach. Auch wenn du kein Geld hast oder keine Wohnung. Das Spiel bietet dir alle Möglichkeiten. Auf Sand entwickelt man ganz bestimmte Fähigkeiten, man braucht keine Schuhe, man lernt aber die Struktur des Spiels und seine Regeln. Es muss nicht chic sein, es geht um die Grundlagen. Das ganze hat einen sozialen Effekt. Manche Leute können sich einen Urlaub leisten und andere nicht, und die spielen dann Fußball. Für die jungen Leute ist es wichtig, dass sie eine Rolle im Leben finden. Fußball ist ein toller Sport, um das herauszufinden. Der französische Fußballverband zum Beispiel hat ein Komitee geschaffen, um den Fußball zu diversifizieren, und zwar in jeder Hinsicht: das Spiel soll sich entwickeln. Wir müssen visionär sein.

tip 1995 haben Sie im Stadion einen aggressiven Fan tätlich angegriffen und wurden danach acht Monate gesperrt. Wie kamen Sie über diese Zeit hinweg?
Cantona Es waren neun Monate. Ich habe in dieser Zeit in meinem ersten Film gespielt („Das Glück liegt in der Wiese“ von Йtienne Chatiliez). Und ich habe mich, weil ich viel Zeit hatte, intensiv mit der Musik von Miles Davis und Chet Baker beschäftigt. Ich habe also selbst mit der Trompete begonnen. Es war frustrierend, denn ich war nicht gut. In „Looking for Eric“ ist das ganz gut in die Geschichte integriert worden.

tip Wenn Sie im heutigen Weltfußball einen Spieler oder zwei nennen müssten, die Sie bewundern: Wer wäre das?
Cantona Ich nenne lieber zwei Trainer, keine Spieler: Alex Ferguson von Manchester United und Pep Guardiola vom FC Barcelona. Ich mag Ferguson, weil er offensiv und kreativ spielen lässt. In England sind die Leute Fans von ManU wegen dieses Stils. Der Stil von Barcelona ist ganz ähnlich. Die Devise ist: Genieß das Spiel. Gewinnen musst du es aber natürlich auch.

Interview: Bert Rebhandl

Lesen Sie hier: „Looking For Eric“ im Kino in Berlin

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