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„Es ist schwer, ein Gott zu sein“ im Kino

Es ist schwer, ein Gott zu sein

Wer im russischen Kino etwas gelten will, sollte zumindest einmal einen Roman der Brüder Strugatzki als Vorlage nehmen. Andrej Tarkowskis „Stalker“ ist das bekannteste Beispiel, während Alexander Sokurows „Tage der Finsternis“ eher umstritten, aber nicht minder bedeutend ist. ?Alexei German (1938 – 2013) hat zwischen 1967 und 1998 nur fünf Filme gemacht, darunter so überragende wie „Zwanzig Tage ohne Krieg“ (gemeint ist der „Große Vaterländische“). Seine späten Jahre galten einer Verfilmung des Strugatzki-Romans „Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein“, die er letztendlich unvollendet hinterließ – seine Frau und sein Sohn haben schließlich das Fragment zur Veröffentlichung bereit gemacht. (Eine frühere Verfilmung dieses Romans stammt übrigens aus Deutschland: Peter Fleischmanns Version kam 1990 heraus.)
Wie es sich für ein ordentliches Spätwerk mit Vermächtnischarakter gehört, geht German hier aufs Ganze. In der Geschichte einer Gruppe von Wissenschaftlern, die auf den Planeten Arkanar geschickt werden, verbinden sich Motive aus der Religion mit Überlegungen zum Prozess der Zivilisation. Die Welt von Arkanar sieht stark nach verregnetem Mittelalter aus, die Renaissance wäre das Ziel, erweist sich aber als unerreichbar. German erzählt davon in einer visuell und atmosphärisch atemberaubenden, ?labyrinthischen Bewegung durch den Morast des Menschlichen.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Drop-Out Cinema

Orte und Zeiten: „Es ist schwer, ein Gott zu sein“ im Kino in Berlin

Es ist schwer, ein Gott zu sein (Trudno Byt’ Bogom), Russland 2013; Regie: Alexei German; Darsteller: Leonid Jarmolnik (Don ?Rumata), Alexander Chutko (Don Reba), Juri Tsurilo (Don Pampa); 177 Minuten

Kinostart: Do, 03. September 2015

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