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„Every Thing Will Be Fine“ im Kino

Es ist nur ein kleiner Moment, aber einer mit großen Folgen: Ein Schriftsteller überfährt einen Jungen, der ihm mit seinem Schlitten vor den Wagen kommt. In seinem persönlichen Leben wird er dadurch aus der Bahn geworfen und trennt sich von seiner Freundin, als Schriftsteller allerdings findet er zu einer neuen Tiefe.
Die Verantwortung des Künstlers thematisiert Wim Wenders nicht zum ersten Mal: In seinem vorangegangenen Film „Das Salz der Erde“ porträtierte er den Fotografen Sebastiгo Salgado, der das Elend in aller Welt im Bild festgehalten hat, in „Nick’s Film – Lighting over Water“ filmte er das Sterben seines Freundes Nicholas Ray: „Cut!“ – „Don’t cut!“
Dass Wenders hier die Geschichte mit elliptischen Sprüngen erzählt, zwingt den Zuschauer, eine eigene Haltung zu den Geschehnissen und den Personen zu entwickeln. Auch gönnt er ihm nicht die Identifikation mittels großer Emotionen, sondern wählt eine reduzierte und unterkühlte Erzählweise. Hier kann man wirklich eine Stecknadel fallen hören. 

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Text: Frank Arnold

Foto: Donata Wenders / NEUE ROAD MOVIES GmbH

Orte und Zeiten: Every Thing Will Be Fine

Every Thing Will Be Fine D/CDN/S/N 2015; R: Wim Wenders; D: James Franco (Tomas), Charlotte Gainsbourg (Kate), Rachel McAdams (Sara); 118 Min.

Kinostart: Do, 2. April 2015

 

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