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„The Expendables“ im Kino

The ExpendablesAls Autor, Regisseur und Hauptdarsteller war Sylvester Stallone immer eine unterschätzte Figur. Sein erster Kinohit „Rocky“, für den er selbst das Drehbuch geschrieben hatte, gewann die höchsten Preise, aber man hat Stallones Filme später oft genug pauschal als gewaltverherrlichend oder faschistoid abgeurteilt. Gerne wurde übersehen, dass „Rambo“ auch antiautoritär und „Rocky“ alles andere als ein Prügelfilm war. Nachdem Stallone seine bekanntesten Heldenfiguren in „Rocky Balboa“ (2006) und „John Rambo“ (2008) nochmal im Herbst ihres Lebens gezeigt hat, versammelt er nun für seinen neuen Film ein hochkarätiges Altstar-Ensemble (mit Jason Statham als Vertreter der jüngeren Generation), um einen Militärdiktator und seinen CIA-Hintermann auszuschalten.
Dabei ist Stallone bemüht, Stunts und Feuergefechte weitgehend mit konventionellen Mitteln in Szene zu setzen, was seinem Film eine reizvolle nostalgische Note verleiht. Zwar werden die Hauptfiguren nur klischeehaft und oberflächlich charakterisiert, doch Stallone lässt auch Raum für Kommunikation in der Männergemeinschaft. In einer langen Einstellung monologisiert Mickey Rourke über seelischen Frust, während die Kamera sein Gesicht in extremer Großaufnahme zeigt. Und auch manche Dialoge unterstreichen das Potenzial der Action-Artisten jenseits der Genre-Arbeit: Als Schwarzenegger den Söldner-Auftrag ablehnt, weil er zu beschäftigt sei, erklärt Bruce Willis das mit größeren Ambitionen: „Er will Präsident werden“.

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The Expendables“ im Kino in Berlin

The Expendables, USA 2010; Regie: Sylvester Stallone; Darsteller: Sylvester Stallone (Barney Ross), Jason Statham (Lee Christmas), Jet Li (Bao); 100 Minuten

Kinostart: 26. August

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