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„Extrem laut und unglaublich nah“ im Kino

Extrem_laut_und_unglaublich_c_2011_WARNER_BROS._ENTEin paar Minuten lang gab es Hoffnung. Die Hoffnung nämlich, nicht einfach einen 9/11-Tearjerker mit Oscarnominierungsgarantie, schluchzenden Geigen und Alles-wird-gut-Finale sehen zu müssen. Sondern die potenziell interessante Geschichte eines neunjährigen Jungen, der – weil er in den Hinterlassenschaften seines beim World-Trade-Center-Einsturz ums Leben gekommenen Vaters einen mysteriösen Schlüssel entdeckt – sich auf eine Art therapeutische Schnitzeljagd quer durch New York begibt. Doch das hat Regisseur Stephen Daldry nicht im Sinn. Oskars (Thomas Horn) Suche wird lediglich zur fast belanglosen Vignette in einem Melodram voller papierener Ideen, das inflationär versucht, seine dramatische Ausgangsidee irgendwie zu toppen. Gibt es hier noch eine unbeschädigte Figur? Dann nur schnell her mit einem Trauma. Das wäre schon schwer zu ertragen, wenn man mit dem kleinen Helden wenigstens sympathisieren würde. Doch auch das fällt mehr als schwer bei einem Klugscheißer, der zur Beruhigung der eigenen Nerven in den zwei Filmstunden ständig mit einem Tamburin rasselt.

Text: Lars Penning

Foto: 2011 Warner Bros. Entertainment

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Extrem laut und unglaublich nah“ im Kino in Berlin

Extremely loud and incredibly close USA 2011; Regie: Stephen Daldry; Darsteller: Tom Hanks (Thomas Schell), Sandra Bullock (Linda Schell), Thomas Horn (Oskar Schell); 129 Minuten; FSK 12

Kinostart: 16. Februar

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