Drama

„Fado“ im Kino

Misstrauen und Liebe: In „Fado“ ist ein Mann krankhaft eifersüchtig

Foto: Missing Films

Der junge Arzt Fabian (Golo Euler) arbeitet in der Notaufnahme, als eine Frau mit Kopfverletzungen eingeliefert wird und stirbt. Sie erinnert ihn äußerlich so stark an seine Ex-Freundin, dass ihm augenblicklich bewusst wird: Er kann nicht länger warten. Er muss Doro zurückgewinnen. Diese lebt jedoch mittlerweile in Lissabon, weshalb Fabian seinen Job kündigt und ihr hinterherzieht. So dringend will er der (vermeintlichen) Liebe seines Lebens beweisen, dass er sich geändert hat, dass er alles dafür tun würde. Schließlich lässt Doro sich erneut auf ihn ein. Doch schon nach kurzer Zeit verfällt Fabian in alte Muster: Die Eifersucht brodelt in ihm, was schon in der Vergangenheit zu Problemen und letztendlich zur Trennung geführt hat. Er kann den Gedanken, dass Doro ihn mit ihrem Arbeitskollegen betrügt, einfach nicht loslassen. Krankhaft steigert er sich in diesen Wahn hinein, bis die Situation eskaliert.
Regisseur Jonas Rothlaender erzählt seine simple Geschichte so menschlich, ehrlich und nah, dass man sich den Emotionen der Beteiligten kaum entziehen kann. Die Szenen leben nicht von den Dialogen, die eher spärlich  ausfallen, doch gerade das ist die Stärke des Films. „Fado“ – benannt nach dem berühmten melancholischen Musikstil Portugals – ist ein Beziehungsdrama ohne viel Tamtam. Roth­laender stellt die schmerzlichen Grenzen von Liebesbeziehungen dar.

Fado D/POR 2016, 101 Min., R: Jonas Rothlaender, D: Golo Euler, Luise Heyer, Albano Jerónimo, Start: 1.9.

Bewertungspunkte2

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