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„Fall 39“ mit Renйe Zellweger im Kino

Der als amerikanisch-kanadische Koproduktion entstandene Film „Fall 39“ des deutschen Regisseurs Christian Alvart lässt beide Deutungsmöglichkeiten zu und entwirft in­nerhalb der Psychogrusel- Genreregeln eine fiese kleine Allegorie auf die Beziehungen von Eltern zu ihren Sprösslingen. Gerade noch rechtzeitig kommt hier die Sozialarbeiterin Emily (Renйe Zellweger), um die zehnjährige Lillith vor einem Mordversuch durch ihre Eltern zu bewahren. Doch nachdem Letztere weggesperrt sind und Emily das Sorgerecht für Lillith erwirkt hat, stellt sich schnell der Kern des Problems heraus: In dem Mädchen haust ein Dämon, der das Prinzip Kind perfekt verkörpert. Er verlangt ungeteilte Aufmerksamkeit und Liebe und wird reichlich ungemütlich, wenn man ihm dies verweigert. So ist das Klischee von der Hilfsbedürftigkeit schnell auf den Kopf gestellt. Dass der Film letztlich scheitert, liegt an Schlampereien im Drehbuch, das zunächst strikte Regeln für das Funktionieren der Dämonenflüche entwirft – um sich dann mit fortschreitender Handlung selbst nicht mehr daran zu halten.

Text: Lars Penning

Foto: Kimberly French

tip-Bewertung: Zwiespältig

Fall 39 (Case 39), USA/Kanada 2009; Regie: Christian Alvart; Darsteller: Renйe Zellweger (Emily Jenkins), Jodelle Ferland (Lillith Sullivan), Ian McShane (Detective Mike Barron); Farbe, 109 Minuten

Kinostart: 11. März

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