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„The Fall“ von Tarsem Singh im Kino

The FallSchwarz-Weiß-Momente eines Unfalls, tonlos, in Zeitlupe – so beginnt „The Fall“. Gestochen scharf erforschen exquisite Blickwinkel das Ausmaß eines Zugunglücks. Und Schnitt. Ein Spital in Los Angeles anno 1915, Farbe sättigt die Bilder, die Geschichte von Stuntman Roy beginnt. Mit gebrochenen Beinen liegt er hier und leidet: Seine Geliebte hat einen anderen, Roy wünscht sich den Tod. Doch dann besucht ihn ein neugieriges Mädchen, und Roy beginnt ihr Geschichten zu erzählen von Helden, Schurken und schönen Frauen. Regisseur Tarsem Singh („The Cell“) findet dazu einen faszinierenden Bilderstrudel, entführt an die seltsamsten Orte, berauscht mit Farben und Kostümen.
Vier Jahre dauerten die Dreh­arbeiten für „The Fall“, in 18 Ländern hat Singh nach perfekten Kulissen gesucht, nichts hat hier der Computer generiert. Abenteuer und Spannung schwebten ihm vor, auch Reflexionen über das Erzählen von Geschichten. Denn wie einst Scheherazade in den Märchen von 1001 Nacht ködert Roy die kleine Alexandria mit Geschichten. Nur dass der bewe­gungs­unfähige Roy sein Leben nicht verlängern, sondern das Kind dazu bewegen will, ihm eine tödliche Dosis Morphium zu besorgen. Gepackt ist auch der Zuschauer – zunächst. Bis die Wucht der Bilder die dürftige Story und die flachen Charaktere nicht mehr übertünchen kann.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Zwiespältig

The Fall, Indien/Großbritannien/USA 2006; Regie: Tarsem Singh; Darsteller: Lee Pace (Roy Walker/Blue Bandit), Catinca Untaru (Alexandria); Farbe, 117 Minuten

Kinostart: 12. März 2009

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