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„Familienbande“ im Kino

Familienbande

Gelegentlich verströmt das Spielfilmdebüt von Mark Noonan eine Retro-Note, die an ein Amerika der 1970er-Jahre erinnert. Diner, Softeis, orange-braune Einrichtungsstücke und eine Beziehung zwischen einem Erwachsenen und einem Kind, wie man sie möglicherweise aus Peter Bogdanovichs „Paper Moon“ (1973) kennt, der Noonan nach eigener Aussage als Vorbild gedient hat.
Nur befindet man sich weder in den Seventies, noch in den Staaten, sondern in den irischen Midlands. Hier bezieht Ex-Knacki Will mit seiner unter Narkolepsie leidenden, elfjährigen Nichte einen Wohnwagen. Eine Zusammenführung von eher unfreiwilligem Charakter, die für beide von Überforderungen geprägt ist. Will droht immer wieder in alte, destruktive Verhaltensmuster zu kippen und Nichte Stacey fehlt eine solide Bezugsfigur. So dümpelt alles, ein bisschen unentschlossen und wenig inspiriert, in bräunlich-gelbem Farbfilter dahin, und weder für den stieseligen Will noch die Außenseiterbande drumherum ist viel Sympathie aufzubringen.

Text: Carolin Weidner

Foto: Cathal Noonan

Orte und Zeiten: „Familienbande“ im Kino in Berlin

Familienbande (You‘re Ugly Too), Irland 2015; Regie: Mark Noonan; Darsteller: Lauren Kinsella (Stacey), Aidan Gillen (Will), Erika Sainte (Emilie); 81 Minuten

Kinostart: Do, 19. November 2015

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