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Fatih Akin im Wettbewerb von Venedig

Fatih AkinFatih Akin feiert mit seinem neuen Film „The Cut“ Weltpremiere im Wettbewerb der kommenden Mostra. Dies wurde jetzt bei der Pressekonferenz des Festivals in Rom bekannt gegeben. Akins Teilnahme war erwartet worden, nachdem er seinen Film bei den Filmfestspielen in Cannes kurzfristig zurückgezogen hatte. Akin hatte bereits vor fünf Jahren mit „Soul Kitchen“ an der Mostra teilgenommen. Sein neuer Film „The Cut“ ist der Abschluss seiner „Liebe, Tod und Teufel“-Trilogie und beschäftigt sich mit dem Bösen im Menschen. Er erzählt von Krieg und Vertreibung. Aber auch von der Kraft der Liebe und der Hoffnung. Angesiedelt ist er in der Zeit des Ersten Weltkriegs, die von Völkermord und Vertreibung geprägt ist. Tahar Rahim tritt wie ein schweigsamer Westernheld auf. Er spielt einen jungen Armenier, der den Völkermord durch die türkische Gendarmerie überlebt. Er verliert seine Stimme, als ihm die Kehle durchgeschnitten wird. Jahre später erfährt er, dass seine Töchter noch am Leben sind. Er folgt ihren Spuren, die durch Mesopotamien über Havanna bis nach North Dakota führen. „‚The Cut‘ ist ein sehr persönlicher Film geworden, der sich inhaltlich mit meinem Gewissen und formal mit meiner Liebe zum Kino auseinandersetzt“, so Akin.
Im Wettbewerb um den Goldenen Löwen konkurriert Akin u.a. mit Kaan Mujdeci, der seinen Debütfilm „Sivas“ zeigt, eine türkisch-deutsche Koproduktion der Müjdeci GmbH. Im Rennen sind zudem u.a. Benoоt Jacquot („Trois coeurs“, den die Pandora koproduziert hat), Roy Andersson „En duva satt pе en gren och funderade pе tillvaron“, eine deutsche Koproduktion mit Essential Filmproduktion‘), Andrew Niccol („Good Kill“ mit Ethan Hawke, Bruce Greenwood), Abel Ferrara („Pasolini“ mit Willem Dafoe), Saverio Costanzo („Hungry Hearts“ mit Adam Driver und Alba Rohrwacher), David Gordon Green („Manglehorn“ mit Al Pacino, Holly Hunter und Harmony Korine), Xavier Beauvois („La rançon de la gloire“), Joshua Oppenheimer („The Look of Silence“) und Alejandro Gonzбlez Iсбrritu („Birdman“). Insgesamt laufen 20 Filme im Wettbewerb, davon 19 als Weltpremiere.
In der Wettbewerbsjury um Präsident Alexandre Desplat sitzen der deutsche Regisseur Philip Gröning, seine österreichische Kollegin Jessica Hausner – beide sind Mostra-Stammgäste – , der palästinensische Regisseur Elia Suleiman, der italienische Filmemacher Carlo Verdone, die Chinesische Aktrice und Regisseurin Joan Chen, der britische Schauspieler Tim Roth, die britische Kostümbildnerin Sandy Powell und die indische Autorin Jhumpa Lahiri.
Der deutsche Film ist in allen Sektionen des Festivals wieder prominent vertreten. Mariette Rissenbeek, Geschäftsführerin von German Films erklärt: „Wie auch schon im letzten Jahr ist das eine sehr starke Präsenz für das deutsche Kino am Lido, über die wir uns sehr freuen. Eine ganz herzliche Gratulation an alle Filmemacher und ihre Teams!“

Das komplette Programm der Mostra ist unter www.labiennale.org.

Quelle: Blickpunkt:Film

 

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