Western

„Feinde – Hostiles“ im Kino

Scott Coopers Film ist ein Western. Ein elegischer, unerbittlicher, grausamer, teilweise enervierend zäher und nur gegen Ende andeutungsweise versöhnlicher Spätwestern

Universum

„Hostiles“ verhandelt das, wovon sein Titel spricht: Der Mensch ist des Menschen Wolf. Die Natur ist schön, aber gleichgültig, auch sie ohne Mitleid. Weiße gegen Rote, Soldaten gegen Indianer, Rancher gegen Soldaten, Komantschen gegen Siedler, Cheyenne gegen Komantschen – alle gegen alle.

Dabei ist im Jahre 1892 der „Wilde Westen“ so gut wie gezähmt, die Ureinwohner sind fast ausgerottet. Nur widerwillig nimmt Captain Blocker, ein Veteran der Indianerkriege, den Befehl an, einen seiner alten Feinde, den Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk, mit dessen Familie aus einem Militärgefängnis in New Mexico nach Montana zu bringen, damit der todkranke Mann im Land seiner Väter sterben kann. Eine späte Goodwill-Geste aus Washington. Unterwegs nehmen Blocker und seine Leute die verstörte Siedlerin Rosalie mit, deren Mann und Kinder bei einem Überfall der Cheyenne auf ihre Farm ermordet wurden.

Auf dem langen Ritt, der natürlich auch eine Reise in die eigene Finsternis ist, muss sich die zusammengewürfelte Truppe Überfällen von außen und interner Dämonen erwehren. Dabei handelt Coopers Film nicht zuletzt von Rassismus und einem nur langsamen Prozess der Annäherung, man denkt an John Fords Klassiker „Der schwarze Falke“, an „Das Wiegenlied vom Totschlag“ und auch an „The Revenant“. Großartig komponierte Landschaftsbilder, die unaufdringliche Filmmusik und das eindrucksvolle Spiel der gesamten Darstellerriege, allen voran des immer wieder erstaunlichen Christian Bale als Blocker, fügen sich zu einem aufwühlenden Leinwandepos. Der leise Hauch von Kitsch am Ende geht als willkommener Hoffnungsschimmer durch.

Hostiles (OT) USA 2018, 134 Min., R: Scott Cooper, D: Christian Bale, Rosamund Pike, Wes Studi, Timothée Chalamet, Start: 31.5.

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