Berlinale 2017

„Félicité“ im Wettbewerb der Berlinale

Schon vor fünf Jahren heimste der überwiegend in Paris lebende senegalesische Regisseur Alain Gomis mit „Aujourd’hui“ auf der Berlinale überwiegend positive Kritik ein. In diesem Jahr startet er mit seinem zweiten Film im Wettbewerb. „Félicité“ ist ein mit deutscher und französischer Beteiligung realisiertes Drama und spielt in Kinshasa, der Hauptstadt Kongos.

© Celine Bozon

Félicité (Véro Tshanda Beya) singt. Und sie weiß genau, was sie will. Sie ist eine starke Frau und arbeitet als Sängerin in einer Bar. Zusammen mit ihrem Sohn Samo (Gaeta Claudia) lebt sie in armen Verhältnissen in einer kleinen Wohnung. Sobald sie auf der Bühne ist, von lebendiger Musik begleitet, fängt sie an zu tanzen und scheint alles um sich herum zu vergessen. Doch als Samo einen schweren Motorradunfall erleidet und eine kostspielige Operation für sein Bein benötigt, gerät sie in Not. Sie ist gezwungen Freunde und Fremde um Geld zu bitten – und es beginnt ein verzweifelter aber unerbittlicher Streifzug durch die bunte und launische Welt von Kinshasa. Sie gerät an Tabu (Papi Mpaka), ein meist alkoholisierter Stammgast der Bar, der ihr helfen will. Die stolze Frau nimmt widerwillig die Hilfe an und so wird aus den beiden ein seltsames Gespann.

Alain Gomis erzählt hier die fesselnde Geschichte einer starken Frau, die niemals aufgibt. Die schnelle und dynamische Kameraführung macht den Film zu einem grellen und lauten Spektakel. Das Drama zeichnet sich durch viele Kontraste aus: Nach einer dunklen Szene in der Nacht wird man von der hellen afrikanischen Sonne geblendet, nach minutenlangem Schweigen, wird laute Musik gespielt. Doch die Musik die „Félicité“ begleitet ist besonders hervorstechend und wunderschön. Der heitere Gesang der Protagonistin wechselt sich mit den Bildern und der Musik eines farbenfrohen Gospelchors ab. Insgesamt ein gelungenes und mitreißendes Drama über Nächstenliebe und Kampfgeist. Zusätzlich bekommt man einen erschreckend realen Eindruck von dem ausgebeuteten Kontinent Afrika.

Félicité Frankreich / Senegal / Belgien / Deutschland / Libanon 2017, 123 Min., R: Alain Gomis, D: Véro Tshanda Beya, Papi Mpaka, Gaeta Claudia

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