Drama

„Fences“ im Kino

Blick zurück im Zorn: Wo Denzel Washington hinsieht, überall „Fences“

MMXVI Paramount Pictures Corporation All Rights Reserved/ David Lee

Bereits 1987 gewann der schwarze amerikanische Dramatiker August Wilson den Pulitzer-Preis für sein Bühnenstück „Fences“. Das bietet einen Blick auf das Thema Rassismus aus einer interessanten Perspektive: Hauptfigur ist ein im Pittsburgh der 1950er-Jahre lebender schwarzer Familienvater mittleren Alters, der die in seinem Leben erfahrenen rassistischen Kränkungen so sehr verinnerlicht hat, dass er sich immer stärker zum Familientyrannen entwickelt. Die Zäune des Titels sind dabei auch eine Metapher: Barrieren kann man nicht nur aus Holz bauen.
Denzel Washington verkörpert in der von ihm ­inszenierten Verfilmung den ehemals in der sogenannten Negro League erfolgreichen Baseballspieler Troy Maxson, der es aufgrund seiner Hautfarbe jedoch nie in die Major League schaffte und heute bei der Müllabfuhr von Pittsburgh arbeitet. Mit seiner Familie bewohnt er ein kleines Häuschen; ein hart arbeitender Mann der unteren ­Mittelschicht. Das unstete Leben seines Sohnes aus erster Ehe als erfolgloser Jazzmusiker missbilligt er, dem jüngeren Sohn verwehrt er die ­Karriere als Sportler: Für Troy hat das alles keinen Sinn, die Lebensperspektiven der Schwarzen ­würden sich sowieso nie ändern. Er blickt zurück im Zorn, die Söhne blicken in die Zukunft. Irgendwann bleiben nur Wut und Sprachlosigkeit.
Aus der Herkunft vom Theater macht der Film ­keinen Hehl: Die Szenen spielen überwiegend im Haus und am Gartenzaun, die Anzahl der Figuren bleibt überschaubar, der Dialog dominiert. ­Washington versucht sich nicht an kinematographischen Tricks, zu Recht setzt er auf die Stärke des komplexen Stücks (das Drehbuch hatte der 2005 verstorbene Wilson noch vor seinem Tod fertiggestellt), die schauspielerischen Leistungen und schafft eine unspektakuläre Umgebung, in der sie zur Geltung kommen. Für Washington und ­Viola Davis als Troys Frau gab es dafür jeweils eine Oscar-Nominierung.

USA 2016, 139 Min., R: Denzel Washington, D: Denzel Washington, Viola Davis, Jovan Adepo, Start: 16.2.

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