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„Fenster zum Sommer“ im Kino

Fenster zum Sommer

Heftig lässt Hendrik Handloegten in „Fenster zum Sommer“ das Schicksal auf Juliane (Nina Hoss) einschlagen. Von einem Moment auf den nächsten wird sie aus ihrem großen Liebesglück mit August (Mark Waschke) aus dem Sommerurlaub in Finnland sechs Monate zurück katapultiert. Im winterlich kalten Berlin steckt sie, nichts ahnende Protagonistin von Handloegtens für sie ja nicht durchschaubarem Erzählexperiment mit dem Zeitmaschineneffekt, erneut fest in ihrer langjährigen, von Streit- und Versöhnungsroutinen geprägten Beziehung mit Philipp (Lars Eidinger). Anfangs verwirrt, versucht Juliane bald schon mit aller Macht, die folgenden sechs Monate, die sie als ständiges Dйjа vu erlebt, so identisch wie möglich zu wiederholen, um nur ja August wiederzutreffen und das ihr gestohlene Liebesschicksal wieder einzuholen.
Neu anfangen durch Wiederholen: „Fenster zum Sommer“ ist ein ambitioniertes Projekt, das sich komplett aus der Perspektive von Juliane erzählt. Ihre permanenten Überforderungen bestimmen den dramaturgischen Charakter des Films, der so wie unter einen emotionalen Dauerdruck gesetzt wirkt. Die ihr zur Seite gestellten Figuren entfalten dabei aber selten mehr als die beiläufigen Charaktereigenschaften von Komparsen am Rande eines Tunnelblickfelds.

Text: Michael Baute

Foto: ProKino Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Fenster zum Sommer“ im Kino in Berlin

Fenster zum Sommer, Deutschland/Finnland 2011; Regie: Hendrik Handloegten; Darsteller: Nina Hoss (Juliane Kreisler), Mark Waschke (August Schelling), Lars Eidinger (Philipp Hobrecht); 96 Minuten; FSK 12

Kinostart: 3. November

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