Aussteigerinnenporträt

„Ferien“ im Kino

Ein Lob aufs Recht, man selbst zu sein: „Ferien“
Vivian Baumann (Britta Hammelstein) ist gerade alles zuviel. Da kommt das Angebot ihres Vaters, sie für eine paar Tage auf eine Nordseeinsel einzuladen, ganz gelegen. Die Einheimischen, denen Vivian begegnet, sind ziemlich merkwürdig – die junge Frau fühlt sich sofort wohl und beschließt zu bleiben. Sie bekommt einen Job im Kramladen von Otto, und sie zieht bei der mehr als impulsiven Biene ein, die sie eines Tages mit ihrem 13-jährigen Sohn Eric zurücklässt.
Eine junge Frau weigert sich zu funktionieren, sich auf die Regeln der Gesellschaft einzulassen. Und findet in einem Ferienort Menschen, die ähnlich neben der konventionellen Spur sind wie sie selbst. Das Schönste an diesem wunderschön fotografierten Aussteigerinnenporträt: Die erst 30-jährige Autorin und Regisseurin Bernadette Knoller tappt nicht in die Erklärungsfalle. Ihre Hauptfigur Vivian muss sich nicht in einem kathartischen Moment definieren, sondern sagt gerne einfach mal nichts. So ist ein ungewöhnlicher Film mit leisem Humor entstanden, der mit viel Charme das Recht auf Individualismus einfordert.

Ferien D 2016, 88 Min., R: Bernadette Knoller, D: Britta Hammelstein, Detlev Buck, Golo Euler, Start: 7.7.

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