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„Fifty Shades of Grey“ im Kino

„I don’t do romance.“ Wie übersetzt man das in Deutsche? Ich mache nicht in Liebe? Romantik ist nichts für mich? Der erfolgreiche Unternehmer und Traummann Christian Grey sagt das jedenfalls an einer wegweisenden Stelle des Films „Fifty Shades of Grey“ zu der unbedarften Studentin und Jungfrau Anastasia Steele: „I don’t do romance.“ Das ganze dreiteilige Romanprojekt von E. L. James lässt sich vor diesem Hintergrund dann als eine Art Bedienungsanleitung lesen: „How to do romance“, und wie man dabei noch ein paar Extrakicks mit Handschellen und Kabelklemmen bekommt. Zu der Verfilmung ist wenig zu sagen, was nicht auch schon zum Buch gesagt wurde, sieht man einmal davon ab, dass alles doch deutlich auf das romantisch gestimmte Zielpublikum ausgerichtet wurde. Der dominante Mann und das herzensgute Mädchen sind ein Traumpaar, weil sie alle Möglichkeiten sexuellen Genießens vor sich haben, er in einem „Spielzimmer“, sie in ihrem unschuldigen Köpfchen. Sie müssen sich nur noch aufeinander einstellen, dazu liefert der Film (nach dem ersten Buch von E.L. James) das Vorspiel. So richtig peinlich wird es selten, aber es kommt auch keine einzige Sekunde das Gefühl auf, hier ginge es um etwas anderes, als den allerkleinsten gemeinsamen Nenner „gewagter“ Sexualität für die größtmögliche Zielgruppe zu finden: Blümchen trifft Klemmchen, und Danny Elfman klimpert dazu einen Soundtrack, der dann doch zum Herz- und Hirnerweichen ist.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Universal Film

Fifty Shades of Grey USA 2015, Regie: Sam Taylor-Johnson, Darsteller: Dakota Johnson, Jaymie Dornan, Jennifer Ehle; 125 Min.

Orte und Zeiten: „Fifty Shades of Grey“ im Kino in Berlin

Kinostart: Do, 12. Februar 2015

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