Dokumentarfilm

„Fighter“ im Kino

Eindringliches Sportlerporträt, das kaum kritisch hinterfragt

Foto: Real Fiction

Mixed Martial Arts (MMA), so erklärt es einer der Protagonisten in Susanne Binningers Dokumentarfilm „Fighter” für die Laien, sei eine Kampfsportart, die fast alle anderen Kampfsportarten beinhaltet. Umstritten ist MMA vor allem, weil es dabei erlaubt ist, auch auf einen am Boden liegenden Gegner einzuschlagen oder zu -treten. Manche Kritiker sehen dabei die Zivilisation in Gefahr und betrachten MMA als Anleitung zur Brutalisierung unserer Gesellschaft.

Die drei Kämpfer, die Binninger in ihrem unaufgeregten Film in Trainingslagern und bei Kampfveranstaltungen ganz nah begleitet, stellen sich jedenfalls nicht als hirnlose Schlägertypen heraus. Sondern als reflektierte und sympathische Sportler, die tun, was Sportler eben tun: hart trainieren, viel schwitzen, sich mühsam auf ein Kampfgewicht hungern. Zwischendurch erzählen sie von ihrer Motivation. Gezeigt wird die Kameraderie im Trainingscamp und der familiäre Rückhalt, aber auch die Brutalität der Kämpfe und die möglichen Verletzungen. Die Hoffnungen der Protagonisten richten sich auf eine internationale Karriere, da ist jede Niederlage ein schwerer Rückschritt.

Als Zuschauer muss man sich allerdings letztlich fragen, ob einem der hautnahe und zweifellos interessante Einblick in die Psyche dieser Parallelwelt-Kämpfer auf Dauer so ausreicht. Denn darüber, dass MMA so umstritten ist, wer damit eigentlich Geld verdient, und wer sich das aus welchen Gründen anschaut, verliert „Fighter“ kein Wort. Lars Penning

Fighter D 2016, 100 Min., R: Susanne Binninger, Start: 4.5.

Mehr über Cookies erfahren