Kino & Stream

Filme im Internet: Video-On-Demand

Searching For Sugar Man

„Der Endkunde will selber entscheiden, wann, wie und wo er einen Film sehen mag. Daher sind legale Alternativen sehr wichtig“, sagt Christian Kühne, Produktmanager von Rapid Eye Movies (rem). „Das physische Produkt wird aber auch weiterhin seine Berechtigung haben.“ Die Kölner Firma genießt einen hervorragenden Ruf als Spezialist für asiatische Produktionen und Bollywood-Kino, rem ist Filmverleih, aber auch Anbieter von Heimkino-Medien. Seit 2009 bietet das Unternehmen Titel auch als VoD auf verschiedenen Plattformen, unter anderem auf iTunes, Anime on Demand und auch bei Watchever. Etwa 60 rem-Filme sind aktuell so verfügbar, seit Mai gibt es ein VoD-Angebot auch direkt auf der rem-Internetseite, in Zusammenarbeit mit dem britischen Dienstleister Distrify lassen sich dort Filme wie „Searching
for Sugarman“ per Einzelbuchung streamen. Kühne erklärt, dass die Kinoauswertung „weiterhin ein Fenster vor dem Start der Home-Entertainment-Veröffentlichungen“ erhalte, aber VoD gehöre für Rapid Eye Movies auch „in zunehmendem Maß zu jeder Veröffentlichung im Home Entertainment, wenn das Auswertungsrecht hierfür vorhanden ist“.
Zurück in Berlin. Der Kreuzberger VoD-Anbieter realeyz.tv gehört fast schon zu den Veteranen im Geschäft, seit 2009 kann man hier Arthouse-, Avantgarde- und Festival-Filme streamen oder herunterladen. Aktuell sind 2.247 Filme online und davon 1.654 in Deutschland im Sortiment. „Unsere Filme sind für verschiedene Territorien verfügbar“, erklärt der realeyz.tv-Geschäftsführer, der ehemalige Film- und Kinomacher Andreas Wildfang, „und manche weltweit außer in Deutschland.“ Wildfang ist spürbar stolz auf das stetig wachsende Filmangebot: „Pro Woche kommen circa 50 dazu. Hat man genug Kunden, wird man in der Regel auch gut beliefert“, meint Wildfang. „Hinderlich sind aber sogenannte Output-Deals, bei denen man sich verpflichtet, alle Titel eines Publishers zu nehmen. Wenn man wie wir ein Arthouse-Profil hat, geht das nicht, so bleiben dann manchmal Arthouse-Titel von Anbietern, die auf Output-Deals bestehen und sonst vor allem Mainstream im Programm haben, außen vor. Das ist schade.“ Auch realeyz.tv hat steigende Kundenzahlen. Neben dem monatlichen Abo-Angebot, bei dem sich für 2,90 Euro im Monat alle Titel im Sortiment streamen lassen, gibt es laut Andreas Wildfang besonders im „Download-to-Own“-Bereich (4,90 Euro pro zum Verbleib heruntergeladenem Titel) deutliche Zuwächse. Die Veränderungen des VoD-Markts sieht er gelassen. Konkurrenz belebe das Geschäft: „Wenn der User zufrieden ist, kommt er wieder.“ Privat nutze er verschiedene Angebote. „Mit meiner 12-jährigen Tochter gucke ich eher maxdome oder Watchever“, sagt Andreas Wildfang, „unterwegs, beruflich oder in der Freizeit realeyz.tv. Und wenn Rapid Eye Movies was Gutes hat, dann das.“ Und er fügt an: „Wir haben ja viel Rapid Eye früher in unseren Kinos gezeigt, daraus kann man schließen, dass mir das auch gefällt.“

Text: Thomas Klein

Foto: Rapd Eye Movies

watchever
www.watchever.de
Flatrate für 8,99 Euro pro Monat, populäre Filme und Serien, aktuell ?zum Beispiel das Finale von „Breaking Bad“

Rapid eye
movie
www.rapideyemovies.de?

Derzeit ist nur der Dokumentarfilmhit „Searching for Sugarman“ ?abrufbar, das Angebot wird erweitert

Realeyz.tv
www.realeyz.tv/de

2,90 Euro pro Monat, das Programm ist auf Arthouse und Dokumentarfilme spezialisiert; Option von Download-to-own zubuchbar

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