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Filmkritik

„Booksellers“ von D. W. Young: Eine Doku über die Magie von Büchern und Bibliotheken

Dokumentarfilm „Books…“ – fast beschwörerisch spricht Henry Fonda als der junge Abraham Lincoln das Wort aus, mit der Hand zärtlich über ein Buch streichend. Wem diese Szene aus John Fords „Young Mr. Lincoln“ im Gedächtnis geblieben ist, der wird diesen Film lieben. Er erzählt von Menschen in New York, die die Leidenschaft für Bücher verbindet, Sammler und Händler, oft beides in Personalunion, zeigt „Booksellers“ von D. W. Young.

Große Leidenschaft für Literatur: "Booksellers" vom D.W. Young. Foto: Mindjazz
Große Leidenschaft für Literatur: „Booksellers“ vom D.W. Young. Foto: Mindjazz

Wir sehen eine private Bibliothek, die im Stil der Bilder M.C. Eschers gebaut wurde, ebenso wie den Mann, der seine 300.000 Bücher in drei Lagerhäusern untergebracht hat. Wir erfahren vom teuersten je versteigerten Buch (eine Veröffentlichung von Leonardo Da Vinci, die 28 Millionen Dollar erbrachte) und von Büchern, in deren Einband Rubine eingearbeitet wurden.

Erweckung beim Blättern: „Booksellers“ von D. W. Young

Eine Leidenschaft, die es nur bei alten weißen Männern gibt? Glücklicherweise ist dem nicht so, der Film zeigt auch eine Reihe von Frauen, die dieser Leidenschaft frönen – solche, die späte Erweckungserlebnisse hatten und solche, die die Begeisterung dafür schon von ihren Eltern geerbt haben, auch eine Frau, die gezielt Werke von Frauen sammelt, denn diese sind vielfach unterrepräsentiert.

Überhaupt gibt es nicht wenige bislang vernachlässigte Sammelgebiete, in denen noch Pionierarbeit zu leisten ist, dazu können auch Fan-Magazine zum Hip Hop der achtziger Jahre zählen, so wie einst Kinderbücher als Sammelobjekt nicht ernst genommen wurden. Was es wiederum einem minderjährigen Liebhaber von Frank L. Baums „The Wizard of Oz“ damals erlaubte, eine Erstausgabe für ganze fünf Dollar zu erwerben.

Anders als Frederick Wisemans „Ex Libris – Die Public Library von New York“, in dem es zentral um die Vermittlung des in Büchern aufbewahrten Wissens an möglichst viele Leute ging, sind die hier gezeigten Buch-Menschen sich oft selbst genug, obwohl keiner von ihnen den Eindruck macht, dafür die Kommunikation mit anderen Menschen eingeschränkt zu haben. Ganz gewiss eine Leidenschaft, für die man Geld braucht. Aber auch, wer sich nie eine der im Film gezeigten Preziosen wird leisten können, wird ihn mit Gewinn sehen, solange er nur Bücher liebt. Frank Arnold

USA 2019; 99 Min.; R: D. W. Young; Kinostart: 29. 10. 2020


Außerdem diese Woche neu im Kino (zumindest bis Sonntag): die Filmstarts vom 29. Oktober; vielleicht letzte Gelegenheit: die Filmstarts vom 22. Oktober und die Filmstarts vom 15. Oktober

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