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Neu im Kino

Die Filmstarts vom 15. Juli: Von „Minari“ bis „Fast & Furious 9“

Die Frequenz bleibt weiterhin hoch: Die Verleiher schicken einen Spitzentitel nach dem anderen an den Start. Diese Woche ragt im Arthouse-Bereich der sechsfach für einen Oscar nominierte „Minari“ von Lee Isaac Chung heraus; Daniel Brühl hat sich für „Nebenan“ von Daniel Kehlmann ein Drehbuch schreiben lassen; für Actionfans gibt es den zehnten Teil der „Fast and Furious“-Reihe; als Gegenmittel empfehlen wir die Naturdoku „Heimat Natur“. Unser Überblick über alles, was diese Woche neu im Kino läuft.


Minari – Wo wir Wurzeln schlagen

"Minari - Wo wir Wurzeln schlagen" von Lee Isaac Chung ist einer der besten Filmstarts in der Woche vom 15. Juli. Bild: Prokino
„Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“ von Lee Isaac Chung ist einer der besten Filmstarts in der Woche vom 15. Juli. Bild: Prokino

DRAMA Die amerikanisch-koreanische Familie Yi zieht in den 1980er Jahren ins ländliche Arkansas, um eine Farm aufzubauen und koreanisches Gemüse anzupflanzen. Trotz der innerfamiliären Probleme, die das mit sich bringt, ist der liebevoll gestaltete und vielfach prämierte Film von Lee Isaac Cheung eine Ode an den Gemeinschaftssinn, was den Film in Amerika momentan extrem populär macht. Lars Penning

USA 2020, 115 Min., R: Lee Isaac Chung, D: Steven Yeun, Yeri Han, Yuh-Jung Youn, Alan S. Kim, Start: 15.7.

Hier haben wir die ausführliche tip-Filmkritik zu „Minari – Wo wir Wurzeln schlagen“


„Nebenan“ von Daniel Brühl

Peter Kurth und Daniel Brühl in „Nebenan“. Bild: Warner Bros.

SCHWARZE KOMÖDIE Wie wirkt es sich wohl auf den Charakter eines Menschen aus, wenn er jeden Tag am „Fußvolk“ vorbei ihm eigenen Fahrstuhl in die edle Penthouse-Wohnung eines Altbaus in Prenzlauer Berg schwebt? Daniel ist Schauspieler, ein berühmter Schauspieler. Demnächst soll er in einem US-Superheldenfilm mitspielen. An diesem Tag nun steht das Casting in London an, Daniel ist nervös, wie immer. Weil noch Zeit ist, trinkt der Schauspieler in der Eckkneipe „Zur Brust“ noch einen Kaffee. Dort befinden sich die Wirtin, ein durchgeknallter Stammgast – und Bruno. Der bittet Daniel um ein Autogramm, hält aber mit Kritik an Daniels Filmauftritten nicht hinterm Berg. Gar nicht. Was Daniel erst allmählich klar wird: Bruno weiß viel über Daniels Leben. Zu viel. Bruno setzt zum großen verbalen Duell an. Und in dem geht es für den Filmstar ans Eingemachte.

Das Erstaunlichste am Regiedebüt von Daniel Brühl: Dass der Filmstar gemeinsam mit dem Drehbuchautor, dem gefeierten Schriftsteller Daniel Kehlmann, eine Szenerie erdacht hat, die in ihrer Kammerspielhaftigkeit auf viele filmische Mittel verzichtet und wohl auch problemlos als Theaterstück funktionieren würde. So lebt dieses ätzende und zugleich recht komische Kneipenduell zum einen von den Darstellerkünsten Brühls und vor allem Peter Kurths als Bruno – und von den gedrechselten Dialogen Kehlmanns. Mutig auch, wie Brühl seine Figur, die ja extrem nah an ihm selber ist, überhöht und diesen Schnösel ganz und gar nicht sympathisch wirken lässt. Und ganz nebenbei fließen in „Nebenan“ – Weltpremiere war auf der vergangenen Berlinale – aktuelle Themen wie Gentrifizierung, Leistungsdruck und die Schere zwischen Oben und Unten ein. Martin Schwarz

D 2021, 92 Min., Darsteller: Daniel Brühl, Peter Kurth, Rike Eckermann, Gode Benedix, Start: 15.7.

Hier haben wir das tip-Interview mit Daniel Brühl über „Nebenan“.


Fast & Furious 9

Ungewohnte Straßenlage: „Fast and Furious 9“ von Justin Lin. Bild: Universal

ACTION Längst schon sind die Helden der dröhnenden Motoren nicht mehr auf Asphalt angewiesen, man hat die „Fast and Furious“-Reihe schon hoch in der Luft gesehen. Dieses Mal geht es noch ein bisschen weiter: ins Weltall. Dazu muss man einfach eine Blechkiste an einen Raketenmotor schmieden, und schon gehts los. Schwer aus der Zeit gefallenes Actionkino mit winzigsten Andeutungen denkbarer Dekarbonisierung. Bert Rebhandl

USA 2021; 143 Min.; R: Justin Lin; D: Vin Diesel, John Cena, Michelle Rodriguez; Kinostart: 15.7.


Heimat Natur

Neu im Kino: „Heimat Natur“ von Jan Haft. Bild: Polyband

DOKU Der Dokumentarfilm über Flora und Fauna unserer Erde ist im Lauf der Zeit immer wieder einem starken Wandel unterlegen. Einst ging es vor allem um Spektakuläres: Lange Zeit waren vor allem die großen Wildtiere aus Afrikas Savannen gefragt, später setzten die Kino-Dokus insbesondere auf Überwältigungsstrategien in Sachen Bild und Ton, um sich von der alltäglichen TV-Ware abzusetzen – das Publikum sollte förmlich aus den Sesseln geblasen werden. Mittlerweile geht es auch eine Nummer kleiner, und der Zauberbegriff heißt „Erhaltung des Lebensraums“. Weil man längst begriffen hat, dass der Mensch nicht einfach abseits steht, wenn es Wald und Meeren nicht gut geht und die Arten verschwinden. Das bedroht uns auch.

„Heimat Natur“ von dem renommierten Naturfilmer Jan Haft durchstreift die deutschen Lebensräume von der Alpenregion bis zu den Meeren, mit Wald, Moor und Heide zwischendrin, stets auf der Suche nach Gewinnern und Verlierern von Klimawandel und verfehlter Agrarpolitik. Da wird dann auch mal der Kuhdung zum „Eckpfeiler der Artenvielfalt“, und irgendwann ist allemal klar: Als Kamerastars sind Feldhamster, Gelbbauchunke und Fischotter genauso fotogen wie einstmals die Löwen und Giraffen. 

D 2021, 100 Min., R: Jan Haft, Start: 15.7.


Mehr Kino in Berlin

Die Kinos haben wieder geöffnet, das Publikum hat es dankbar angenommen: Hier haben wir die Filmstarts vom 8. Juli und die vom 1. Juli; alternativ kann man natürlich ins Freiluftkino, die Übersicht haben wir hier. Immer aktuelle Texte findet ihr in unserer Rubrik „Filme“.

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