Filmkritik

„Guardians of the Galaxy Vol. 3“: Abschied mit Tierversuchen

„Guardians of the Galaxy Vol. 3“ schließt die Marvel-Trilogie erstaunlich düster ab. So geht es neben reichlich CGI-Action und dem legendärsten Walkman der Superhelden-Welt auch um Tierversuche. Ob sich der emotionale Blockbuster lohnt, erfahrt ihr hier.

„Guardians of the Galaxy Vol. 3“ rückt die tragische Hintergrundgeschichte von Rocket in den Vordergrund. Foto: courtesy of Marvel Studios. © 2023 MARVEL.

„Guardians of the Galaxy Vol. 3“ schließt das Marvel-Epos ab

Superhelden kommen gern in Gruppen, und die Gruppenbildung ist häufig der spannendste Teil der Geschichte. So ist das auch ein bisschen bei den „Guardians of the Galaxy“, einem besonders heterogenen Haufen in den labyrinthischen Verästelungen des Marvel-Universums. 2014 gab es dazu einen ersten Film, 2017 folgte eine Fortsetzung, und weil die Marvel-Filme auch gern in Gruppen (und Untergruppen) kommen, gibt es nun auch noch einen dritten, damit man von einer Trilogie sprechen kann: „Guardians of the Galaxy Vol. 3“ von James Gunn.

Ein diverses Team. Foto: courtesy of Marvel Studios. © 2022 MARVEL.

Zu den Besonderheiten der galaktischen Wächter gehört es, dass die Figuren nicht einfach unterschiedliche Individuen sind, sondern auch sehr unterschiedlichen Arten angehören: Groot zum Beispiel ist eine Art Baum; Thing (übrigens auch ein Gründungsmitglied der Fantastischen Vier) orientiert sich ontologisch an Gesteinsformationen; Drax ist ein Muskelberg mit reduziertem Hirnschmalz. Besonders zu Herzen geht üblicherweise Subjekt 89P13, besser bekannt als Rocket, Zusatz: „I am not a racoon“.

Rockets tragische Hintergrundgeschichte berührt

Waschbär hin oder her, im neuen Teil geht es vor allem um Rocket (gesprochen im Original von Bradley Cooper). Ein traumatische Kindheitsgeschichte wird mit einer starken Schurkenfigur verbunden: ein verrückter Wissenschaftler, der statt eines Namens den anmaßenden Titel The High Evolutionary trägt (gespielt von Chukwudi Iwuji), will wieder einmal das Fehlerhafte aus den Menschen herauszüchten. Der neue Marvel-Film ist hier düsterer als die anderen „Guardians of the Galaxy“-Teile. Der Forscher hält für seine Experimente einen Zoo, in dem auch Fellwesen (Waschbären) eine wichtige Rolle spielen. Rocket hat in diesem Film den Walkman, das wichtige Requisit aus den vorherigen Teilen. Die erste Nummer gibt ein Programm vor: „Creep“ von Radiohead. Rocket ist natürlich kein „Creep“, das muss er selbst aber erst begreifen, indem er sich nämlich als Held bewährt.

Der Regisseur James Gunn war für eine Weile wegen einer Reihe von ungehörigen Tweets im Disney-Konzern und in Hollywood allgemein schlecht gelitten. Inzwischen hat man ihm aber verziehen, und so kann er nun richtig aufs Ganze gehen: So hat das Finale eine gute Mischung aus Ironie und Sentiment, die Figuren machen Spaß, die Action ist gut dosiert, das Design des Films ist immer wieder großartig. Insgesamt ein würdiger Abschluss der Erfolgstrilogie.

  • Guardians of the Galaxy Vol. 3 USA 2023; 150 Min.; R: James Gunn; D: Bradley Cooper (Stimme), Chris Pratt, Zoe Saldana; Kinostart: 4.5.

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