Filmkritik

„Hello Again“ von Maggie Peren: Ein Hochzeitsloop

Komödie Das darf doch wohl nicht wahr sein! Ihr einstmals bester Freund Philipp will heiraten – und ausgerechnet Franziska, jene Frau, mit der Zazie schon als Kind eine innige Feindschaft verband! Da bleibt Zazie gar nichts anders übrig, als zur in wenigen Stunden stattfindenden Trauung zu fahren, um Philipp vor dem Fehler seines Lebens zu bewahren. Was ihr allerdings in „Hello Again – Ein Tag für immer“ von Maggie Peren nicht gelingt: nachdem sie sich bei der Hochzeitsfeier mit reichlich Alkohol Mut angetrunken hat, ist der Moment, wo sie auf die Bühne springt und das Mikro an sich reißt, nur noch peinlich, gekrönt davon, dass der Alkohol seinen Weg aus ihrem Mund sucht, zielgenau auf die Braut.

"Hello Again" von Maggie Peren
„Hello Again“ von Maggie Peren. Foto: Warner Bros.

So könnte Zazie sich freuen über die zweite Chance, denn als sie am nächsten Morgen aufwacht, ist wieder der Hochzeitstag. Und wieder…. und wieder… und wieder- Zazie ist in einer Zeitschleife gefangen. Wird das Wissen um die Fehler beim letzten Mal ihr irgendwann helfen, es richtig zu machen? Und: ist Philipp, den sie nach der ersten gemeinsamen Nacht verlies und sich nie wieder meldete, heute wirklich noch der Richtige für sie? Fiele diese Rolle nicht eher ihrem Mitbewohner Anton zu, der schon länger in sie verliebt ist, aber bisher nicht in der Lage war, eine entsprechende Botschaft zu senden?

Murmel, Murmel: „Hello Again“ von Maggie Peren

„Und ewig grüßt das Murmeltier“ meets „Harry & Sally“: soll man sich durch Sex eine wunderbare Freundschaft kaputt machen?  Kann man etwas lernen, wenn „Ein Tag für immer“ (so der Titelzusatz) ist? Der Ausgangspunkt mag nicht originell sein, aber Maggie Peren schafft es, mit jeder neuen Wiederholung des Tages kleine Nuancen ebenso wie gewichtige Informationen hinzuzufügen, die den Blick des Zuschauers auf die Figuren verändern.

Als Kontrast zu der überdrehten Zazie gefällt besonders Edin Hasanovic als Anton mit seinem verhaltenen Spiel – dafür hätte man der Figur nicht einmal das Problem der Narkolepsie andichten müssen. Frank Arnold

D 2020, 92 Min, R: Maggie Peren, D: Alicia von Rittberg, Edin Hasanovic, Emilia Schüle, Tim Oliver Schultz, Samuel Schneider, Start: 17. 9. 2020


Die Filmstarts vom 17. September im tip-Überblick; weiterhin im Kino: die Filmstarts vom 10. September; die Filmstarts vom 3. September; eine tip-Empfehlung: „Vitalina Varela“ von Pedro Costa

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