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filmPolska 2015

Warschasuer Aufstand

Warschauer Aufstand
Der Warschauer Aufstand gehört zu den historischen Marken, die das heutige polnische Selbstverständnis bestimmen: Ab dem 1. August 1944 versuchten Kämpfer der Polnischen Heimatarmee zwei Monate lang, ihre Stadt von der Besetzung durch die deutschen Nazis zu befreien – auch, um gegenüber Stalin Fakten zu schaffen. Doch der Aufstand scheiterte. Während der Kämpfe entstand auf polnischer Seite eine Menge filmischen Dokumentarmaterials, das der Regisseur Jan Komasta in „Warschauer Aufstand“ zu einem ungewöhnlichen Spielfilm verarbeitet: Über die kolorierten historischen Aufnahmen legt er eine Tonspur mit einer erfundenen Geschichte um zwei Kameramänner, die sich mittendrin im Geschehen zu befinden scheinen. Eher emotionalisierend als informierend, aber effektiv.

Text: Lars Penning

Jack Strong

Jack Strong
Auch der Regisseur W?adys?aw Pasikowski nimmt sich in „Jack Strong“ einer wahren Geschichte an: Oberst Ryszard Kukli?ski hatte es in den Führungszirkel der polnischen Armee gebracht, als er in den frühen 1970er-Jahren aus purer Überzeugung begann, unter dem Decknamen Jack Strong Top-Secret-Dokumente des Warschauer Paktes an die CIA zu übermitteln. Bis 1981 war er der wichtigste Spion der USA hinter dem Eisernen Vorhang. Der solide und spannende Agentenfilm erzählt die Geschichte von der beginnenden Desillusionierung Kukli?skis bis zur notwendigen Flucht mit seiner Familie kurz vor Verhängung des Kriegsrechts in Polen; dabei verkörpert Marcin Dorocinski in der Titelrolle überzeugend einen Mann, der den Gegebenheiten des Agentenlebens nur bedingt gewachsen ist.

Text: Lars Penning

Warsaw Stories

Warsaw Stories
Ein Omnibus-Film, der durch die Kameraarbeit von Arkadiusz Tomiak zusammengehalten wird, der seit 1998 zu den wichtigsten polnischen Filmkünstlern gehört: Episoden aus dem Leben in Warschau, Szenen der prekären Individualisierung, wobei die Diskussion über „Stacja Warszawa“ (OT) sich zumeist vor allem auf ein Element konzentriert, das für das polnische Kino insgesamt relevant ist: eine gewisse Neigung zum Symbolischen, zu religiös (oder kunsthistorisch) aufgeladenen Bildwelten, in denen der ?Realismus der Begebenheiten aus dem Leben einer jungen Frau aus der Provinz oder eines Alkoholikers oder eines Haftentlassenen oder einer Verkäuferin in einem Sexshop sich bricht. Der Filmtitel spielt auf einen Hit der Band ?Lady Pank an, aber auch auf neorealistische Klassiker wie „Cairo Station“.

Text: Bert Rebhandl

Male Stluczki

Kleine Dellen
Asia und Kasia sind zwei junge Frauen, die von Wohnungsauflösungen leben. Manchmal sitzt der Besitzer noch da und erzählt ihnen seine Geschichte, während sie Gläser in Kisten stapeln und alles transportfertig machen. Mit dem, was sie bei ihrer Arbeit erleben, sind sie ideale Zeuginnen für das, was in der polnischen Gesellschaft so passiert. Aleksandra Gowin und Ireneusz Grzyb sammeln in „Kleine Dellen“ aber nicht nur Beobachtungen, sondern auch Stimmungen. Diese werden wesentlich von dem fragilen Gleichgewicht zwischen den Protagonisten geprägt, nachdem Piotr dazustößt, der auch so einiges zu klären hat. Ein Film über das Alte und das Neue und über das, was beim Übergang vom einen zum anderen zerbricht.

Text: Bert Rebhandl

Fotos: Quelle: Film Polska

filmPolska, Mi 22.04. bis Mi 29.04., ?diverse Kinos

www.filmpolska.de

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