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„Final Destination 4“ im Kino

Tatsächlich fallen die wenigsten Toten in diesem Horroramüsement in einem Stück zu Boden. Ein neues Konzept dürfte wohl niemand erwarten, und so macht es sich einmal mehr ein hellseherisch begabter junger Mann zur Aufgabe, sich und seine Bekannten vor grauenerregenden Unfällen zu bewahren. Doch der Tod lässt sich nicht austricksen – er holt sie alle und beweist dabei durchaus Sinn für makabren Humor.
Philosophisch betrachtet, ist dies ein interessantes Konzept, das einen (im Film allerdings nie auftretenden) personalisierten Tod voraussetzt, der sich um jedes Individuum persönlich kümmert. Diesen Tod kennt man aus der Zeit des Mittelalters bis hin zu den Märchen der Gebrüder Grimm, und so würde es einen auch kaum wundern, wenn hier ein Gerippe mit Umhang, Sense und Stundenglas aufträte, um zu verkünden: „Du bist der nächste!“ Dass der Tod allerdings auch noch darauf besteht, die Opfer in der „richtigen“ Reihenfolge abzuberufen, ist wohl eher den Nöten des Drehbuchautors geschuldet, der seinen Figuren zumindest den Hauch einer Chance geben muss, ihrem Schicksal zu entkommen. Was bekanntlich nie klappt.
Für hart gesottene Horrorfans hat „Final Destination 4“ allerdings vermutlich entschieden zu wenig gruselige Atmosphäre, denn eigentlich geht es hier um eine leicht perverse Schadenfreude am detailliert Vorhersehbaren. Wer matschige Todesfälle liebt, kommt trotzdem auf seine Kosten: Erstmals auch in 3D gedreht, bietet der Film das Vergnügen einer Achterbahnfahrt mit vollem Magen – irgendwo zwischen Juchzen und Kotzen.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Final Destination 4“ im Kino in Berlin

Final Destination 4 (The  Final Destination), USA 2009; Regie: David R. Ellis; Darsteller: Bobby Campo (Nick O‘Bannon), Shantel VanSanten (Lori), Haley Webb (Janet); Farbe, 82 Minuten

Kinostart: 3. September 2009

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