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„The First Rasta“ im Kino

The First Rasta

Seit die Reggaemusik in den 1970er-Jahren ihren Siegeszug um die Welt antrat, bietet die antirassistische und sozialrevolutionäre Haltung der Rasta-Anhänger stete Anknüpfungspunkte auch für alle im Westen Unzufriedenen mit dem kapitalistischen Babylon-System. Es verwundert daher nicht, dass vor allem diese Aspekte im Mittelpunkt von Hйlиne Lees sympathisierender Dokumentation über Leonard Howell, den Gründer der Rastafari-Bewegung, stehen. Kritikwürdiges wie die bizarre Verehrung des äthiopischen Despoten Haile Selassie als vermeintlicher Messias wird zwar nicht verschwiegen, hätte aber durchaus etwas deutlicher hinterfragt werden können. Da es von Howell keine Filmbilder gibt, erzählt die Regisseurin dessen Leben zu Archivmaterialien aus dem Off, umfassende Interviews mit Weggefährten und Sympathisanten bieten dabei einen Einblick in Geschichte und Zukunft der Bewegung. Höhepunkt ist eine Szene mit dem Reggae-Künstler Max Romeo, der in seinem Garten intelligent und humorvoll das Babylon-System erklärt und anschließend eine A-cappella-Version des Songs „I Chase The Devil“ von seiner Superplatte „War Ina Babylon“ zum Besten gibt.

Text: Lars Penning

Foto: Neue Visionen

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „The First Rasta“ im Kino in Berlin

The First Rasta, Frankreich 2010; Regie: Hйlиne Lee; 85 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 26. April

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