Komödie

„Flitzer“ im Kino

Kurzweiliges Feel-Good-Movie, mit dem auch noch der verschrobenste Schweizer leben kann

X Verleih

Im Zentrum dieser netten Komödie steht ein Mann mit dem hübschen Namen Baltasar Näf (Beat Schlatter). Der ist im beschaulichen Städtchen Baden bei Zürich ein ambitionierter Lehrer, aber auch ein Einzelgänger und etwas piefig. Näfs großer Traum: ein Museum für den berühmten Schweizer Schriftsteller Gottfried Keller („Kleider machen Leute“). Das Geld dafür versucht er im Wettbüro des albanisch-stämmigen Friseurs Kushtrim (Bendrit Bajra) zu gewinnen und verzockt dabei das zurückgelegte Geld für den neuen Schulsportplatz. Was tun? Da bringt ihn Kustrim auf eine Idee: Bei Fußballspielen sausen Flitzer aufs Spielfeld, und Kushtrims „Kunden“ wetten darauf, wie viele Sekunden die Nackten auf dem Platz verweilen, bis sie vom Ordnungsdienst geschnappt werden. Bald führt Näf eine ganze Bande von mehr oder weniger talentierten Flitzern an, die auch in den Medien für Rummel sorgen. Doch eine engagierte Polzistin hat es auf ihn abgesehen: Sandra Strebel (Dorothée Müggler) will die „Flitzerbande“ unbedingt ausheben.

Die Schweizer gelten nicht gerade als besonders offenherziges und aufgeschlossenes Volk, besitzen aber genug Humor, um diesen Umstand immer wieder im Kino satirisch aufzugreifen, etwa in Filmen wie „Die Herbstzeitlosen“ (2006), in dem eine ältere Frau einen Dessous-Laden in einem Dorf eröffnet.

Einen harmlosen, aber sehr vergnüglichen Spaß hat sich Ko-Autor und Regisseur Peter Luisi hier ausgedacht, wobei das ach so anstößige Spiel mit den Nackerten fast schon drollig wirkt. Beat Schlatter gibt mit Esprit den Spießer, der über sich hinauswächst und sorgt für einen kurzweiligen Feel-Good-Movie, mit dem auch noch der verschrobenste Schweizer leben kann. Lobenswerterweise bringt der Verleih den Film unsynchronisiert und mit Untertiteln ins Kino.

Flitzer CH 2017, 94 Min., R: Peter Luisi, D: Beat Schlatter, Bendrit Bajra, Dorothée Müggler, Start: 16.11.

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