Tragikomödie

„Florence Foster Jenkins“ im Kino

Meryl Streep brilliert als „Florence Foster Jenkins“

Foto: 2016 Constantin Film

Die Geschichte der Florence Foster Jenkins (1868-1944) beruht auf Tatsachen: Die reiche Erbin widmete sich der Kunst und sang trotz erschreckender Talentlosigkeit Opernarien bei Veranstaltungen, für die sie die Zuhörer sorgfältig selbst auswählte. Der Höhepunkt ihrer Karriere war ein ausverkauftes Konzert in der New Yorker Carnegie Hall nur einen Monat vor ihrem Tod mit 76 Jahren.
Seither gilt Florence Foster Jenkins als die schlechteste Sängerin der Welt. Dass sich die ­Leute seit Jahren über sie amüsierten, kann ihr nicht verborgen geblieben sein, genau das wirft Fragen auf: Besaß sie eine alles absorbierende Selbsttäuschung oder wusste sie um ihre Talentlosigkeit – nur, dass ihr diese völlig egal war?

Regisseur Stephen Frears und sein Autor Nicholas Martin entscheiden sich in ihrem Biopic für die erste Variante und entwerfen das Bild einer in ­einem Kokon lebenden Foster Jenkins (Meryl Streep), sorgfältig gesponnen von ihrer Entourage, ihrem zweiten Ehemann, dem drittklassigen britischen Shakespeare-Mimen St. Clair Bayfield (Hugh Grant), und ihrem Pianisten Cosmé McMoon (Simon Helberg), die alles unternehmen, um sie vor Kritik und der grausamen Realität zu beschützen. Der Witz entsteht dabei aus der Diskrepanz zwischen der Absurdität des Unterfangens und dem Ernst, mit dem es betrieben wird.

Denn die Bemühungen der beiden Männer bieten Anlass für vielerlei Gags in einem Film, der trotz des liebevollen Spotts im Kern von Liebe und Freundschaft handelt. Jene verdient sich die Künstlerin mit ihrer Menschlichkeit, ihrer Authentizität und der Hingabe an etwas, das sie liebt. Im Kino läuft zurzeit zudem die Doku „Die Florence Foster Jenkins Story“.

Florence Foster Jenkins GB 2016, 111 Min., R: Stephen Frears, D: Meryl Streep, Hugh Grant, Simon Helberg, Start: 24.11.

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