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„Folge meiner Stimme“ im Kino

Foto: Barnsteiner Film

Ein kleines kurdisches Bergdorf im Osten der Türkei gerät in Schwierigkeiten, als das Militär alle Männer des Ortes aufgrund der unberechtigten Annahme, dass jeder Haushalt eine Waffe besitze, in Gewahrsam nimmt. Nur wenn diese Waffen beim Militär abgegeben werden, können die Männer zurück zu ihren Familien – doch kaum ein Haushalt besitzt tatsächlich ein Gewehr. Auch Jiyan’s Vater ist in Gefangenschaft, und so macht sie sich mit ihrer Großmutter auf die Suche nach einer Waffe, um ihren Vater wieder zu befreien – was sich als eine schwierige Angelegenheit rausstellt.
Einen wichtigen Part spielen dabei auch die sogenannten Dengbejs, herumreisende Geschichtenerzähler, die als Stimme des unterdrückten Volkes dienen. Begleitet wird die Geschichte durch das häppchenweise erzählte Märchen des Fuchses, das metaphorisch für das Schicksal der Familie steht.
Ein gemächlicher Film, der auf die Absurdität der Unterdrückung durch die türkische Regierung aufmerksam macht. Sowohl die Handlung als auch die Charaktere wirken authentisch und geben dem Zuschauer den Eindruck, einen Einblick in den Alltag der unterdrückten Kurden zu bekommen. Leider verspielt sich der Film einige Punkte durch zu lang gezogene Zwischensequenzen, die den Film an Spannung berauben. Dessen ungeachtet lässt der Film den Zuschauer darüber grübeln, ob sich die Spannung zwischen den Fronten eines Tages auflösen wird.

Text: Jens Hollah

Orte und Zeiten: Folge meiner Stimme

Folge meiner Stimme TR/FR/D 2014, 90 Min., R: Huseyin Karabey, D: Feride Gezer, Melek Ülger, Tuncay Akdemi

Kinostart: Do, 17. März 2016

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