Schmonzette

„Forever My Girl“ im Kino

Der gefeierte Country-Singer-Songwriter Liam Page, die fiktive Hauptfigur in dieser Kino-Schnulze, ist ein besonders krasses Beispiel für einen eitlen, arroganten, verwöhnten Popstar. Ein sexsüchtiges, versoffenes Arschloch, unter dessen Launenhaftigkeit vor allem sein Manager zu leiden hat.

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Als Liam erfährt, dass sein alter Schulfreund gestorben ist, pfeift er auf Konzerttermine und reist spontan zur Beerdigung nach Louisiana in sein Heimatstädtchen. Die Bewohner reagieren ablehnend auf ihn, denn er hatte seine Braut Josie acht Jahre zuvor beim Hochzeitstermin in der Kirche ohne Vorwarnung sitzen gelassen. Er versucht, Josie wieder für sich einzunehmen, um so mehr, als er seine kleine Tochter kennenlernt, von deren Existenz er keine Ahnung hatte. Ein altkluges, vorlautes Balg, das ihn sogleich als Vater akzeptiert. Somit ist der weitere Verlauf des Films abzusehen.

Die Story der langatmigen, ungelenk inszenierten Seifenoper ist höchst unglaubwürdig. Kein Wort über Sorgerecht oder Alimentezahlungen, die der Multimillionär der alleinerziehenden Mutter schuldet. Und dass die gottesfürchtigen Bürger Liam sogleich wieder freundlich behandeln, nachdem sein Vater, der Gemeindepastor, in der Kirche Vergebung gepredigt hat, ist psychologisch nicht nachvollziehbar. Zudem entpuppt sich die nervende Tochter auch noch als musikalisches Wunderkind! Hauptdarsteller Alex Roe sieht blendend aus, schauspielerisch ist er keine Offenbarung. Die Handlung, ein Hohelied der Familie, gerät so moralinsauer, schmalzig und hochgradig kitschig, dass man es kaum fassen kann. Stöhn!

Forever My Girl USA 2018, 108 Min.; R: Bethany Ashton Wolf; D: Alex Roe, Jessica Rothe, Abby Ryder Fortson. Start: 15.8.

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