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„Formentera“ im Kino

Formentera

Nina und Benno sind ein Paar aus Berlin. Sie haben die gemeinsame Tochter zurückgelassen und verbringen ein paar Ferientage auf Formentera, einer Insel unweit von Ibiza. Eine kleine Gesellschaft alternder Aussteiger nimmt sie auf, dazu gesellt sich auch noch die junge Mara mit ihrem französischen Freund, der sich zumeist um den gemeinsamen Sohn kümmert. Ruhig, ja fast verhalten erzählt Ann-Christin Reyels eine Geschichte, in der vieles offenbleibt. Was genau zwischen Nina und Benno nicht mehr oder gerade nicht stimmt, lässt sich allenfalls in Andeutungen erschließen, die vielen einsilbigen Dialoge, häufig mit Bierflasche in der Hand, ergeben wenig, die Chemie zwischen den Hauptdarstellern Sabine Timoteo und Thure Lindhardt ist auch nicht gerade so, dass man das Paar noch in der Krise plausibel finden würde. Ein potenziell dramatisches Ereignis bringt „Formentera“ schließlich vollkommen aus dem Lot: So toll dieses Hinausfallen von Nina aus der Welt auch inszeniert ist, es wirkt gerade dadurch forciert und aufgesetzt im Vergleich zu dem eigentümlichen Phlegma, von dem „Formentera“ insgesamt geprägt ist.

Text: Bert Rebhandl

Foto: unafilm 2012

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Formentera“ im Kino in Berlin

Formentera, Deutschland 2012; Regie: Ann-Kristin Reyels; Darsteller: Sabine Timoteo (Nina), Thure Lindhardt (Benno), Tatja Seibt (Christine); 90 Minuten; FSK k. A.

Kinostart: 11. April

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