Biopic

„Frank Zappa – Eat That Question“ im Kino

Ein großartiges Porträt über Frank Zappa 

Foto: ReeliniIn The Years Productions LLC
Foto: ReeliniIn The Years Productions LLC

16. Oktober 1968. Während eines Konzerts der Mothers of Invention im Berliner Sportpalast stürmen Studenten den Saal und fordern von den Musi­kern, sich mit ihrer Sache zu solidarisieren. Da kennen sie Frank Zappa schlecht. Zeit seines Lebens hat er sich von niemandem vereinnahmen lassen, weder von Gewerkschaften noch von der Linken.
Das ist die ganz große Stärke dieses Films über den Solitär Frank Zappa (1940-1993): Der Musiker, Komponist, Entertainer, Pedant, Provokateur, ­Antidrogenfreak, Kettenraucher und Freigeist hat seine Meinung stets laut kundgetan. Dabei ­betonte Zappa stets die Freiheit des Individuums, bezichtigte Regierungen der Volksverdummung oder kämpfte aktiv gegen Zensur. Stimmen wie seine werden heute schmerzlich vermisst.
In jahrelanger Pfriemelarbeit hat der deutsche ­Dokumentarfilmer Thorsten Schütte in Fernseh­archiven weltweit gewühlt und schließlich in Zusam­menarbeit mit der Familie Zappa – Franks streitbare Nachlassverwalterin und Ehefrau Gail ist 2015 gestorben – diesen virtuos geschnittenen, kommentarlosen Dokumentarfilm vorgelegt.
Sich lose an die zeitliche Chronologie haltend zeigt Schütte Zappa als einen kompromisslosen Musikfreak, der sich schon als Jugendlicher für die Musik von Edgar Varèse oder Strawinsky begeistert. Zappas Spaß an Disharmonien zieht sich durch sein ganzes kunterbuntes Oeuvre, von „Abso­lutely Free“ über „200 Motels“ bis zu „The Yellow Shark“. Seltene Konzertausschnitte lassen das Fanherz höherschlagen. Zudem erweist sich Zappa in den vielen TV-Interviews als geistreicher Redner. Ein Zappa-Plattenhörtipp nach Sichtung des grandiosen, aber mitunter textlastigen Films: „Shut Up ’n Play Yer Guitar“.

Frank Zappa – Eat That Question D/F 2016, 90 Min., R: Thorsten Schütte, Start: 8.12.

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