Dokumentarfilm

„Free Lunch Society“ im Kino

Bedingungsloses Grundeinkommen – Wer bitteschön will denn eine „Free Lunch Society“?

Dieser Film ist dreist. Kommt harmlos daher als Dokumentarfilm, der das inzwischen weggeschlummerte Thema „bedingungsloses Grundeinkommen“ behandelt. Und wagt es dann, Thesen aufzubieten, die die Machtverhältnisse unserer Welt infrage stellen. Wo kommen wir denn hin, wenn über eine Umverteilung gesellschaftlicher Reichtümer durch ein Grundeinkommen für alle nachgedacht wird? Wo doch jeder weiß: Der Kapitalismus ist und bleibt alternativlos! Wenige besitzen viel und der Großteil der Menschen arbeitet für die wenigen, damit das so bleibt. Arbeit und Einkommen zu entkoppeln könnte das Ende von Existenzängsten bedeuten, aber ohne einen drohenden Arbeitsplatz­verlust geht doch jede Kontrolle verloren!

Das zeigt der Film auch mit abschreckenden Beispielen wie in Namibia, wo mal mit bedingungslosem Grundeinkommen experimentiert wurde. Was waren die verheerenden Folgen? Deutlich verbesserte Lebensbedingungen, und die Leute haben sich selbstständig ­eigene Arbeitsplätze geschaffen! Soll jetzt also etwa das internationale Kapital in ­Afrika ein Grundeinkommen finanzieren, wo es doch schon selbstlos und teuer dafür bezahlt, die Ressourcen dieses Kontinents abzubauen? Das wäre ja so schlimm wie anno 1969 in Alaska, als die Profite des plötzlichen Ölbooms an alle Bewohner verteilt wurden, weil denen angeblich auch dieser ­Bodenschatz gehört.

Da mag der Film noch und nöcher Experten und Zeitzeugen wie Milton Friedman, Richard Nixon und Martin Luther King zitieren und befragen: Ein bedingungsloses Grundeinkommen könnte die Idee von einer gerechten Welt bedeuten. Soll Regisseur Christian Tod mal schön alleine von einer besseren Welt träumen. Von einer Welt, in der sich Abermillionen von Menschen diesen Film anschauen und anschließend eine soziale Revolution starten.

Free Lunch Society A/D 2016, 95 Min., R: Christian Tod, Start: 1.2.
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