Dokumentarfilm

„Free Speech Fear Free“ im Kino

Wie steht es um die Meinungs- und Redefreiheit?

niels ladefoged/fear free films

In rechten Medien wird gerade gegen die Rundfunkbeitragspflicht gewettert mit dem Argument, diese sei ein Verstoß gegen die Gedankenfreiheit: Kein freier Mensch dürfe gezwungen werden, bestimmte Informationen „kaufen“ zu müssen. Klar ist das ein Fall von Rechtsaußen-Spinnerei, aber mit Gedankenfreiheit gegen Informationsfreiheit zu agitieren, gedeckelt durch Rede-und Meinungsfreiheit, da kann einem schon schwindelig werden.

Auf jeden Fall ist das Stoff für die verwirrenden Debatten, die aktuell zu den Themen freie Meinungsäußerung, politische Korrektheit, Hatespeech und Fake-News speziell im Internet geführt werden. Besonders für heranwachsende Menschen ist es nicht leicht sich darüber eine Meinung zu bilden.

So ging es auch Tarquin Ramsay, als er mit 15 Jahren begann, sich für den gesellschaftlichen Wert der Redefreiheit zu interessieren. Um Antworten auf seine Fragen zu bekommen, schnappte er sich eine Kamera und begann mit Interviews in seinem Umfeld, und dann kam ihm im jugendlichen Überschwang die Idee, einfach Briefe an alle möglichen Menschen zu schreiben, von denen er glaubte, sie hätten etwas Erhellendes zur Rede-und Meinungsfreiheit zu sagen.

Sieben Jahre später ist daraus mit „Free Speech Fear Free“ ein ambitioniertes Filmprojekt geworden, das allen Respekt verdient und mit einer illustren Anzahl von Gesprächspartnern aufwarten kann, die vom Vorhaben des Jungfilmers begeistert waren: Wikileaks-Gründer Julian Assange ist dabei, der Computeraktivist Jacob Appelbaum, CIA-Whistleblower John Kiriakou. Allesamt haben gerade zur Einschränkung von Meinungsfreiheit durch staatliche Überwachung einiges zu berichten. Zwar verliert Ramsay mitunter bei den vielen offenen Fragen, die der Komplexität des Themas geschuldet sind, etwas den Überblick, aber gerade das macht seinen Film sympathisch.

Free Speech Fear Free GB 2016, 80 Min., R: Tarquin Ramsay, Start: 1.6.

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